© Harald Frosch
Schloß Moyland

Die diesjährige Exkusion führte uns am 13. September erneut an den Niederrhein, nach Schloss Moyland und Kleve. Etwa 20 Mitglieder des Fördervereins machten sich mit dem Busunternehmen Schröder bei regnerischen Wetter auf den Weg in den Norden. Angekommen in Bedburg-Hau überraschte uns Sonnenschein, und so blieb es auch während unseren kurzweiligen Besichtigungen.

Moyland, unser erstes Ziel, bedeutet Joseph Beuys. Wir waren gespannt. In zwei ausgezeichneten Führungen lernten wir Schloss und Skulpturenpark kennen. Das Schloss ist Beuys gewidmet und vermittelt beim Rundgang einen guten Überblick über Leben, Entwicklung und Wirken des Ausnahmekünstlers.

Die Führung begann – ganz unerwartet – vor zwei seltsam geschwungenen Kreuzen (1948/49), eine Anspielung auf Karfreitag und Ostern, ein Symbol für Tod und Auferstehung. Schon in diesem Frühwerk zeige sich, so erfuhren wir, viel von dem, was Beuys sein Leben lang bewegt habe: seine Religiosität, wenn auch nicht im christlichen Sinn, seine Beschäftigung mit Mystik, Mythologie, besonders indigener Völker, mit Schamanismus und seine große Verbindung mit der Natur. Besonders aus ihr schöpft er Kraft, Energie, Bewegung, ohne die Kreativität und Neuschöpfung nicht möglich seien. Vor einzelnen Werken wurde uns die Umsetzung dieser Gedanken deutlich gemacht. Auch seine Vorliebe für Fett und Filz wird aus diesem Zusammenhang verständlich; Filz, zusammengepresst aus Schafswolle und anderem Tierhaar, gibt Wärme; Fett, aus Naturprodukten gewonnen, ist der wichtigste Energiespender für den Menschen.

Wir erinnerten uns der Putzfrau. Hätte sie das gewusst, hätte sie die berühmte Fettecke von Beuys gewiss nicht als Abfall weggeräumt! Auch eins der originellsten Kunstwerke, die „Capri-Batterie“ von 1985, gehört in diesen Zusammenhang: die im Innern der Zitrone entstehende Energie soll die Glühbirne, die mit einer Steckerfassung mit der Frucht verbunden ist, zum Leuchten bringen.

Wie auch immer wir zu Beuys´ Produktionen stehen, unseren Führern ist es in hervorragender Weise gelungen, uns Beuys näher zu bringen und ein gewisses Verständnis für sein Werk, vielleicht sogar etwas Neugier zu wecken.

Der über 30 Hektar große Skulpturenpark bietet eine ungewöhnliche, harmonische Mischung aus Kunst, Natur und Architektur. Und da das Wetter uns gewogen war, fühlten wir uns von den alten Baumbeständen, Wasserläufen, Teichen und Wiesen und den modernen Skulpturen eingeladen zu spazieren und zu schauen.

Die Anlage eröffnete uns mit ihren vielen Blickachsen immer wieder neue Räume und Ausblicke auf eine Vielzahl von Kunstwerken. Einige hat uns Besuchern unser ausgezeichneter Führer durch den Park mit viel Wissen und auf launige Art nähergebracht.

Das Fazit unserer Gruppe war einhellig: allein der Besuch des Skulpturenparks im Schloss Moyland hat sich gelohnt. Ob Skulpturen, Kräutergarten, barocke und englische Gartenbereiche, Wald, Rasenflächen oder wunderschöne Hortensien: Es war für jeden etwas dabei, und manch einer von uns wird wiederkommen.

© Harald Frosch
Die Schwanenburg in Kleve

Das zweite Exkursionsziel dieses Tages war Kleve und Umgebung. Mit dem Bus fuhren wir zunächst zur obligatorischen Mittagspause. Das Restaurant Altes Landhaus“, im ehemaligen Kurpark, hatte uns eine kleine Karte dafür vorbereitet.

Nun ging es zu einer interessanten Stadtrundfahrt mit unserem Bus. Erster Stop war die Schwanenburg: das Wahrzeichen von Kleve. Von der historischen barocken Stadt der Residenzzeit ist durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges kaum etwas mehr vorhanden. Die etwa 1000jährige Schwanenburg wurde wieder aufgebaut und beherbergt einige Behörden des Kreises. Der zweite Step: das Umland, insbesondere Wardhausen mit dem Johanna-Sebus-Denkmal.
Die Siebzehnjärige hatte während eines Deichbruches 1809 ihre Mutter gerettet und ist bei der Rettung weiterer Menschen ertrunken. Der französische Staat hatte ihr 1811 dieses Denkmal gewidmet.

Unsere sachkundige Stadtführerin hatte uns in der Kürze der Zeit viele Informationen über ihre Stadt vermittelt. Zurück in der Innenstadt, gab es zum Abschluss noch Kaffee und Kuchen“. Auf der Heimfahrt hatte uns der morgendliche Regen wieder eingeholt.

Dr. Brigitte Hintze, Klaus Spitzhorn und Harald Frosch

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