Der Förderverein der Christuskirche Neuss e.V. setzte im Mai sein Projekt „Gotteshäuser in Neuss“ in diesem Jahr fort mit einem Besuch der Kirche Heilige Drei Könige. Der ehemalige Chefredakteur der NGZ, Ludger Baten, und der Leiter des Neusser Stadtarchivs, Dr. Jens Metzdorf, führten in die Geschichte der Kirche und ihre Kunstschätze ein.
Die 1911 eingesegnete Dreikönigenkirche konnte durch eine testamentarische Verfügung auf einem Grundstück der Familie Thywissen erbaut werden, das der Gemeinde durch Schenkung zugefallen war. Der Neusser Beigeordnete Wilhelm Thywissen stiftete eines der Chorfenster, mit denen Kaplan Geller den jungen niederländischen Künstler Jan Thorn Prikker beauftragte. Diese zeigen Szenen der Kindheit, des Leidens und der Auferstehung Christi. Das Generalvikariat in Köln weihte Geller vorsorglich nicht ein, ahnend, dass dort das Verständnis für die im Stil des Expressionismus gefertigte Glaskunst Thorn Prikkers fehlen würde. Zwar hatten die auf der Ausstellung des Deutschen Werkbundes in Köln gezeigten Fenster großen Erfolg, lagerten jedoch zunächst im Ersten Weltkrieg in einem Privatkeller der Familie Geller, ehe die Gemeindeverantwortlichen sie 1919 mit Genehmigung des Kölner Erzbistums an ihrem Bestimmungsort einbauen lassen konnten. Durch die Glasfenster Thorn Prikkers erlangte die Dreikönigenkirche überregionale Bedeutung. Der Künstler und spätere Akademie-Lehrer hinterließ im Rheinland viele Spuren. So auch auf dem ehemaligen GeSoLei-Gelände in Düsseldorf mit Mosaiken im Ehrenhof und großformatigen Fenstern im heutigen Museum Kunstpalast, das 2011 seinem äußerst vielseitigen Werk eine große Ausstellung widmete.
Zu den jüngsten Erwerbungen der katholischen Gemeinde für die Dreikönigenkirche zählen Glasarbeiten der Künstlerin Jenny Ayala, die in Neuss lebt und arbeitet. Farben, Licht, Spiegelungen im Raum erfahrbar machen sind Leitmotive ihrer Kunst. Sie stellte den Besuchern ihre eindrucksvollen Werke vor Ort vor, die sich aufeinander beziehen: eine vier Meter hohe Glaswand („Lichtwunden“), versehen mit regelmäßig gesetzten Punkten, die durch Lichtbrechungen eine überraschende Dynamik suggerieren, das „Lichtwunder“ betitelte Bild zur Marienandacht sowie die Bodenskulptur „Lichtkrippe“ in der ehemaligen Taufkapelle, in der sich die Glasfenster spiegeln.
Verena Dziobaka-Spitzhorn, Vorsitzende des Fördervereins Christuskirche