Aber unser Gott wandte den Fluch in einen Segen.
Nehemia 13,2
Der Prophet Nehemia erinnert hier an Bileam. Dieser war ein berühmter Seher in der Zeit des alten Israel. Damals strömten die Israeliten nach Kanaan, in das gelobte Land. Dieses aber war schon bewohnt. Unter anderem gab es das Königreich Moab. Die Kundschafter des Königs berichteten ihm, dass ein großes Volk käme. Der König bekam Angst und ließ den Seher Bileam kommen. Dieser solle gegen viel Geld Israel verfluchen. Gott stellt Bileam einen Engel in den Weg, den aber nur dessen Eselin sieht. Erst später begreift Bileam, dass er segnen und nicht verfluchen soll. Und so segnet er das Volk Israel statt es zu verfluchen.
Auch heute noch brauchen wir es manchmal, dass der Fluch zu einem Segen wird. Der Fluch des Krieges in der Ukraine und der Fluch des Krieges in Gaza und im Westjordanland müssten ganz dringend in Segen umgewandelt werden. Denn dann würde aus Mord und Totschlag gegenseitiges Bemühen um Verstehen wachsen können. Statt erbitterter Feindschaft, kann gelebte Beziehung entstehen.
Gott steht gegen ein Gegeneinander: Deutsche gegen Migranten, Schwarz gegen Weiß, Amerika gegen den Rest der Welt. Wir laufen im Moment in unserem Land und in unserer Welt Gefahr, uns als unversöhnliche Gruppen gegenüber zu stehen. Ja, ich halte die Politik der AfD für völlig unvereinbar mit der christlichen Botschaft. Doch die Anhänger der AfD sind nicht meine Feinde. Ich will mich nicht mit Hass und Ausgrenzung infizieren lassen. Der andere mir gegenüber – und wenn er noch so krumm und falsch denkt – ist und bleibt geliebtes Kind Gottes. Ich kann und muss ihm deutlich widersprechen, auch lauthals und muss ihn gleichzeitig nicht verdammen.
Guter Vater!
Hilf mir, mein Herz nicht zu verhärten. Amen.
An einem Tag im Klassenzimmer
An einem Tag im Klassenzimmer gab es einen Vorfall mit einem Jungen, Jonas. Er war homosexuell und sprach es an diesem Tag laut in der Klasse aus, weil er es nicht mehr aushalten konnte.
Die Klasse akzeptierte es leider nicht und schloss ihn aus. Seine lesbische Freundin verstand ihn gut. Sie fand es aber schade, dass es seine Klasse nicht akzeptieren konnte. Die Klasse fand ihn unmännlich und unnatürlich. Er verfiel in Kummer, saß alleine auf der Bank und aß sein Butterbrot. In der nächsten Pause versuchte er, Freunde zu finden. Er ging zu ein paar Jungs und fragte, ob er mit ihnen zocken dürfte, doch sie sagten: „Du bist unmännlich, verpiss dich!“ Er weinte und rannte weg. Er rannte versehentlich gegen einen Jungen. Der Junge half ihm hoch und lächelte ihn an. Der homosexuelle Jonas entschuldigte sich und rannte weg.
Am nächsten Tag suchte der Junge nach Jonas. Der Junge erklärte ihm, dass er auch homosexuell ist und sie befreundeten sich. Jonas war sehr glücklich, dass er einen Freund gefunden hatte. Sie waren jeden Tag zusammen, auch wenn beide ausgegrenzt wurden. Sie waren glücklich zusammen. Irgendwann verliebten sie sich und kamen zusammen. Und sie waren glücklich!
Lilien, Klasse 6
www.eva-stuttgart.de/ueber-uns/meldungen/artikel/geschichten-uebers-ausgrenzen