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Tageslosung 9.10.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Der HERR, der mächtige Gott, tritt für mich ein. Wer will mich da verurteilen?
Jesaja 50,9

Oftmals wird in der Bibel mit einer Szenerie gearbeitet, die wir alle auch heute noch kennen: Ein Streit vor Gericht mit Beschuldigten und Ankläger. Hier geht es um den Propheten Jesaja, der beschuldigt wird, Falsches geredet zu haben. Er ist sich ganz sicher, dass er in seinem Gott einen mächtigen Fürsprecher im Gericht hat.

In das kollektive Gedächtnis haben sich berühmte Situationen eingebrannt: Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ Moderne Beispiele sind (mit Straßennamen in Weckhoven geehrt) Alfred Delp, Nikolaus Groß, Hans und Sophie Scholl, die alle vor dem sogenannten Volksgerichtshof unter Freisler zu ihrer Überzeugung gestanden haben. Sie haben ihre Standhaftigkeit mit ihrem Leben bezahlt.

Dagegen sind wir heute in einer komfortablen Situation. Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn wir für unsere Überzeugungen und unseren Glauben eintreten. Und doch wird es immer wichtiger, auch offen zu sagen, woran wir glauben, was wir denken. Christinnen und Christen sind immer mehr dabei, zu einer bewussten Gruppe zu gehören. Der Status der Volkskirche schwindet nach und nach. Die Gemeinden werden zu Gruppen, zu denen Menschen bewusst dazu gehören wollen.

Ich halte es für wichtig, auch in den alltäglichen Situationen, zu sich und seinem Glauben zu stehen – und das auch öffentlich. „Ich mache nicht mit beim Mobbing der Kollegin. Mein Glaube sagt mir etwas anderes.“ Wir werden mit anderen dafür kämpfen müssen, dass Menschen zu ihrer Überzeugung, zu ihrem Glauben stehen können.

Guter Vater!

Gib mir die Kraft, mich auch weiterhin an dich zu halten. Amen.

  

24 antisemitische Vorfälle pro Tag in Deutschland

Die Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle in Deutschland ist weiter hoch: 2025 verzeichneten die Rias-Meldestellen insgesamt 8.725 Fälle. Die Zahl der Fälle mit rechtsextremem Hintergrund erreichte einen Höchststand.

Die Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau: 2025 dokumentierten Meldestellen insgesamt 8.725 Fälle, neun mehr als im Jahr zuvor. Heruntergerechnet sind das knapp 24 antisemitische Vorfälle pro Tag. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) hervor. "Das sind keine statistischen Ausreißer, es ist die bedrückende Realität in Deutschland", sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Deutschland erlebe "eine Verfestigung des Antisemitismus auf Rekordniveau". Auch der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, warnte: "Antisemitismus ist in Deutschland scheinbar ungebremst auf dem Vormarsch."

Antisemitismus habe im öffentlichen Raum eine Normalisierung erfahren, warnt der Zentralrat der Juden. Mehr Angriffe, Beleidigungen und extreme Gewalt. Dokumentiert worden sind laut Rias vier Fälle von extremer Gewalt, etwa ein terroristischer Anschlag am Denkmal für die Ermordeten Juden in Berlin. Demnach wurde dabei ein Tourist mit einem Messer schwer verletzt. In 178 weiteren Fällen seien Betroffene körperlich angegriffen worden.

Neben Massenzuschriften (103), Bedrohungen (257) und Sachbeschädigungen (413) ordnet Rias die meisten Fälle - 7.770 - der Kategorie "verletzendes Verhalten" zu, darunter Beleidigungen und Schmierereien. Rias dokumentiert auch Äußerungen und Vorkommnisse, die keine Straftaten sind. Vielfach treffe Antisemitismus Jüdinnen und Juden an alltäglichen Orten: Mit Abstand die meisten Fälle seien auf offener Straße geschehen (3.506). Danach folge das Internet mit 2.314, aber auch in Universitäten, Bus und Bahn, an Gedenkorten und Synagogen habe es Fälle gegeben.

Der Bericht geht davon aus, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren besonders nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gestiegen sind. Die Entwicklung des Krieges im Nahen Osten diene vielen Menschen als Anlass dafür, sich antisemitisch zu äußern oder Juden anzugreifen, heißt es im Bericht. Zum Vergleich: 2023 lag die Zahl der antisemitischen Vorfälle laut Bericht bei 4.886, ein Jahr zuvor noch bei 2.610.

Rias verzeichnete zudem die bisher höchste Zahl antisemitischer Vorfälle mit einem rechtsextremen Hintergrund (807) seit Beginn des bundesweiten Vergleichs 2020. Im Jahr 2024 waren es noch 562.Die meisten Fälle wurden den Angaben zufolge aus einem anti-israelischen Aktivismus heraus begangen (1.970). An dritter Stelle nach den 807 Vorfällen mit einem rechtsextremen Hintergrund stünden links-antiimperialistische Weltanschauungen (501). Bei 4.935 Fällen konnte Rias keine eindeutige Zuordnung zu einem Motiv nennen. Der Rias-Bundesverband ist der Dachverband von Meldestellen in zwölf Bundesländern. Wer Antisemitismus erlebt oder beobachtet, kann sich an diese Stellen wenden. Rias geht von einer großen Dunkelziffer aus.

www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-bericht-rias-meldestelle-100.html

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Veröffentlicht am8. Oktober 2026

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Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

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