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Tageslosung 8.9.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
Psalm 32,10

Der erste Satz des Psalmvers lautet: „Der Gottlose hat viel Plage.“ Kurz gesagt: Wer glaubt, dem geht’s gut, wer nicht glaubt, hat Probleme. Nun, unsere Erfahrung und auch die Realität zeigen, dass das oft gar nicht so der Fall ist. Wie oft habe ich schon bei Gesprächen anlässlich einer Beerdigung gehört: „Es gibt so viele Schufte und denen geht es gut. Aber meiner konnte keiner Fliege was zuleide tun und musste so früh sterben.“ Das Leben ist oft nicht gerecht. Und der Tod ebenfalls.

Und doch steckt in dem Wort des Psalmbeters ein großes Stück Wahrheit. Es gibt einen Unterschied zwischen dem, der glauben kann und dem, der an Gott nicht glaubt.

Letzterer muss alles auf menschlicher Ebene bewältigen. Er muss auf die eigene Kraft und auf das Mitleid anderer bauen. Und gerade, wenn man alleine ist, dann reicht die eigene Kraft nicht weit. Wie oft habe ich schon Menschen erlebt, die einfach aufgegeben hatten. Menschen, die nicht mehr die Kraft hatten zu kämpfen. Menschen, die keinen Sinn mehr in einem Weiterleben sahen. Natürlich hat jede(r) das Recht aufzugeben oder zu sagen „Es reicht!“ Dieses Recht möchte ich niemandem absprechen.

Der oder die, die an Gott glauben, wissen, dass sie nicht nur auf menschliche Kraft und Mitleid bauen können. Sie vertrauen darauf, dass ihnen Gottes Gnade, Gottes Güte, Gottes Kraft und Gottes Segen helfen können. Und alleine dieser anscheinend so kleine Unterschied macht eine ganze Welt aus. Das Gefühl von geliebt, geachtet, beachtet und umsorgt zu werden, lässt Menschen anders denken und leben. Auch dann darf man sagen: „Ich bin müde. Ich mag nicht mehr.“ Und sich dann auf das baldige direkte Treffen mit Gott freuen.

Guter Vater!

Danke für alle die Kraft und den Mut, die du mir schenkst. Amen.

  

Der unglückliche Engel (Andrea Schober)

„Es war einmal ein Engel, der hatte schon so vielen Menschen geholfen, aber selber war er manchmal sehr unglücklich. Er fühlte sich so klein und wertlos und dachte viel darüber nach, was ihn wertvoller machen könnte. Die Menschen sagten ihm „Kauf Dir etwas Schönes, dann fühlst Du Dich besser.“

Und so kaufte sich der Engel zunächst ein neues strahlend weißes Engelsgewand.

Erst fühlte sich der Engel damit ganz toll und alle anderen Engel bewunderten ihn. Nach einiger Zeit fand er sein neues Gewand aber nicht mehr interessant genug und so kaufte er sich golden glitzernden Sternenstaub. Den streute er auf sein Gewand und seine Flügel. Alle anderen Engel waren geblendet von seiner Schönheit.

Doch schon wenig später fand der Engel sich wieder langweilig. Er dachte darüber nach was ihn noch schöner machen könnte und so kaufte er sich von seinem ganzen restlichen Geld eine große weiße Wolke, die so weich war wie Samt. Ein Sonnenstrahl fiel auf die Wolke, so dass sie hell leuchtete. Der Engel war begeistert, legte sich auf die Wolke und ließ sich treiben.

Es dauerte nicht lange, da hatte der Engel wieder dieses schreckliche Gefühl so wertlos zu sein, trotz allem was er besaß und der Bewunderung aller anderen Engel. Da musste er ganz furchtbar weinen, weil er nicht mehr wusste, was er noch tun konnte. Er dachte sich: „ Ich stehe nie mehr auf! Es hilft alles nichts. Soll die Welt nur ohne mich auskommen. Das hat sie nun davon, dass sie mir nichts bieten kann, an dem ich länger Freude habe!“

Am ersten Tag war der Engel so traurig und wütend, dass er sich von allen anderen Engeln zurückzog und nicht mehr mit ihnen reden wollte.

Am zweiten Tag schaute der Engel in die endlose blaue Weite des Himmels und fühlte sich leer und tot.

Am dritten Tag fühlte er einen Sonnenstrahl auf seinem Gesicht. Da dachte er einen Moment: “Wie warm sich der Sonnenstrahl anfühlt!“ Aber dann fragte er sich gleich: „Was soll ich mit einem Sonnenstrahl? Er wird mir auch nicht weiterhelfen!“

Am vierten Tag kam der Sonnenstrahl wieder. Der Engel dachte sich: “Eigentlich ist der Sonnenstrahl das Beste, was ich im Moment habe und wenn er mir auch nicht helfen kann, so kann ich mich doch ein wenig an ihm wärmen!“

Am fünften Tag dachte der Engel schon gleich am Morgen an den Sonnenstrahl und stellte sich vor, wie schön es wäre, wenn er wieder kommen würde. Dabei wurde ihm warm ums Herz und er spürte, wie sich alles anders anfühlte bei dem Gedanken an den Sonnenstrahl.

Als der Sonnenstrahl dann wirklich kam, war der Engel so aufgeregt, dass er gar nicht wusste, ob er sich erst seine Füße oder seine Hände oder seinen Kopf wärmen lassen sollte.

Von da an war jeder Tag nur noch auf den Sonnenstrahl ausgerichtet. Der Engel dachte schon am Morgen daran, wie der Sonnenstrahl ihn bald wieder wärmen würde. Er ließ sich immer tiefer in die Vorstellung der Wärme fallen und merkte, wie sich seine Lustlosigkeit in Erwartung verwandelte und wie seine Traurigkeit und seine Angst an ihm vorüberzogen, ihn aber nicht mehr so tief erreichten wie früher.

Er fing an, wieder auf seiner Wolke hin und her zu gehen und dachte, wie schön es doch war, sich an etwas so freuen zu können. Der Sonnenstrahl durchströmte mehr und mehr seinen ganzen Körper. Die Energie des Lichts verteilte sich in ihm und der Engel bekam wieder neue Kraft. Er schwang seine Flügel und flog zu den anderen Engeln, um ihnen von dem Sonnenstrahl zu erzählen. Auf dem Weg dorthin trafen ihn unzählige Sonnenstrahlen und er wunderte sich, dass er sie früher nie so wahrgenommen hatte.

Der blaue Himmel war nicht mehr leer wie früher, sondern ein Meer des Lichts. Auf einmal fühlte sich der Engel wie im Himmel und nichts konnte ihm mehr die Hoffnung nehmen, wusste er doch nun um die Kraft der inneren Wärme, die es vermochte alles wundersam zu verwandeln.“

www.kreative-chaoten.com/geschichte-ungluecklicher-engel/

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Veröffentlicht am8. September 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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