Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Epheser 2, 17
Hier in diesen Zeilen des Epheserbriefes ist von einer besonderen Gemeinschaft die Rede, die Gemeinschaft von Juden und Christen. Nachdem der Jude Jesus von Nazareth Gott als liebenden Vater aller Menschen verkündigt hatte, entstand eine neue Gemeinschaft. Nach ein paar Schwierigkeiten über die Geltung jüdischer Regeln für Christen, war bald klar: Wir sind eine Gemeinschaft und lassen uns nicht auseinanderdividieren.
Und die Gemeinschaft wurde auf eine für die damalige Zeit einzigartige Weise erweitert. Die Gemeinde war offen für Herren und Sklaven, für Große und Kleine. Dass sie sich auf Augenhöhe begegneten, war fast undenkbar für die damalige Zeit. Und doch wird in einem Brief das Problem diskutiert, dass die Herren viel eher zu gemeinsamen Essen kommen können als die Sklaven. Und wenn diese dann kämen wäre nichts mehr zum Essen da.
Und auch heute sind Christinnen und Christen eine besondere Gemeinschaft. Dies ist mir zuletzt bei der Trauerkaffee für Manfred Kiener aufgefallen. Viele saßen im Saal. Alle, die Manfred gekannt hatten waren da: Gemeinde, Familie, Diakoniewerk, Henkelianer, Pfadfinder. Ein Tisch fiel mir auf. Mitglieder verschiedener Presbyterien und kirchliche Mitarbeitende saßen dort gemeinsam. Von ihnen ging eine Gemeinschaft aus, die ich als tröstlich empfunden habe. Und so erlebe ich Gemeinde auch heute noch als eine besondere Gemeinschaft. Jede(r) ist einfach willkommen. Die Kinder werden ernstgenommen, genauso wie die Jugendlichen. Jede(r) ist gleich viel wert. Wer traurig ist, der findet Trost, wer fröhlich ist, der findet Gleichgesinnte. Wer einsam ist, findet hier eine Gemeinschaft. Herzlich willkommen.
Guter Vater!
Danke, dass du uns zu einer Gemeinschaft machst. Amen.
Eltern im Gebetskreis
Es war ein besonderer Abend bei Tom und Hanna zu Hause. Mama hatte alle Freunde eingeladen – Lukas, Emma und ihre Eltern waren gekommen. Heute wollten sie etwas Neues ausprobieren: einen gemeinsamen Gebetskreis mit der ganzen Familie.
„Warum machen wir das eigentlich?“, fragte Lukas neugierig, während er sich auf das gemütliche Sofa setzte.
Mama lächelte. „Weil es schön ist, gemeinsam zu beten. Es gibt uns Kraft und hilft uns, aneinander zu denken.“
Papa nickte. „Manchmal vergessen wir im Alltag, was wirklich wichtig ist. Aber wenn wir zusammen beten, erinnern wir uns daran, dass Gott immer bei uns ist.“
Emma wirkte noch etwas unsicher. „Aber was soll ich denn sagen? Ich weiß gar nicht, wie ich beten soll.“
Hanna nahm Emmas Hand. „Das muss nichts Besonderes sein. Du kannst mit Gott so sprechen, wie du mit einem guten Freund sprichst.“
Alle setzten sich in einen Kreis auf den Teppich, hielten sich an den Händen und schlossen kurz die Augen. Es war ganz still. Nur das leise Knistern der Kerzen auf dem Tisch war zu hören.
Tom begann: „Lieber Gott, danke, dass wir alle zusammen hier sind. Danke für unsere Familien und Freunde. Bitte segne uns und schenke uns Kraft für alles, was vor uns liegt.“
Dann sprach Mama weiter: „Gott, bitte sei bei denen, die traurig oder krank sind. Lass uns für andere da sein, so wie Du immer für uns da bist.“
Lukas dachte kurz nach und sagte dann leise: „Und danke, dass ich so gute Freunde habe. Manchmal bin ich vergesslich und verliere Sachen, aber sie helfen mir immer.“
Alle lächelten. Dann war Emma an der Reihe. Nach einem Moment zögerte sie: „Ähm … Gott, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Aber wenn du mich hören kannst, dann … dann danke, dass ich hier sein darf.“
Papa nickte ihr ermutigend zu. „Das ist ein schönes Gebet, Emma.“
Hanna erinnerte sich an eine biblische Geschichte. „Wisst ihr, Jesus hat einmal gesagt: Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen. Ich finde, das spürt man richtig, oder?“
Nach einer kurzen Stille spürten alle eine besondere Wärme in ihrem Herzen. Emma sah sich um. „Ich glaube … das fühlt sich irgendwie gut an.“
„Das tut es“, bestätigte Mama. „Wenn wir gemeinsam beten, sind wir nicht allein. Und das stärkt uns.“
Mit neuem Frieden im Herzen saßen sie noch lange zusammen, lachten, erzählten und genossen die besondere Gemeinschaft. An diesem Abend hatten die Kinder – und auch die Eltern – etwas Wichtiges gelernt: Gemeinsames Gebet verbindet und gibt Kraft. Ein Geschenk, das sie immer mit sich tragen würden.
www. kinderbibelgeschichten.net/eltern-gebetskreis-familie-kraft/