Kommt zurück zum Guten, wendet euch ab vom Bösen!
Amos 5,14
Der Prophet Amos nahm kein Blatt vor den Mund. Er prangerte Missstände offen an. Er wetterte gegen die Oberen, die unverantwortlich mit dem Volk umgingen. Er wetterte gegen falsche Propheten. Und er las aber auch den normalen Menschen die Leviten. Sie seien von ihrem Weg mit Gott abgekommen und zu anderen Göttern gegangen. Sie sollen umkehren und den Weg ihres Lebens ändern.
Vielleicht gehört das zu den schwierigsten Momenten des Lebens: Umkehren. Menschen denken sich ihren eigenen Weg. Doch manchmal führt dieser Weg in eine Sackgasse. Habe ich dann den Mut, ehrlich hinzugucken? Zwei Beispiele:
Eine alte Frau weigert sich, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ihre Gesundheit immer mehr nachlässt. Die Bitte, sich jetzt um die späteren Dinge zu kümmern, schlägt sie aus. „Bevor ich ins Altenheim gehe, bringe ich mich um.“ Nun ist sie weit weg in einem Altenheim untergekommen, wo sie niemand kennt, weil da gerade etwas frei war.
Ein junger Mann fängt an, wie sein Vater Gymnasiallehrer werden zu wollen. Er beginnt das Studium. Bei einem Praktikum in der Schule, merkt er schnell, dass das nicht sein Weg ist. Mitten im Studium schwenkt er um und studiert nun Sonderpädagogik. Er hat zwar Zeit verloren, aber einen guten Weg gewonnen.
Und so gibt es immer wieder selbst gedachte Wege, die nicht wirklich erfüllend oder gut sind. Aber es ist gar nicht einfach, sich das selbst einzugestehen. Denn man muss sich vielleicht von einem Selbstbildnis verabschieden. Meine Zweifel kann ich gut im Gebet mit Gott besprechen. Bei ihm kann ich 100 % ehrlich auch zu mir selbst sein. Und Gott wird mir immer die Hand reichen und sagen: „Komm, wir gehen zusammen auf dem neuen Weg.“
Guter Vater!
Danke, dass ich dir alles ohne Vorbehalt erzählen kann. Amen.
Halt mal kurz dein Leben an (Damaris Werner)
Zuhause oder im Wald.
Mach mal Pause heute. Da, wo du bist.
Halt mal kurz dein Leben an.
Kurz mal still sein.
Kurz mal stehenbleiben.
Kurz mal innehalten.
Halt mal kurz dein Leben an.
Stimmt der Weg?
Stimmt die Richtung?
Stimmt das Ziel?
Was glaube, liebe und hoffe ich?
Wo sehe ich den Balken nicht?
Wessen Splitter zähl ich täglich?
Wer liebt mich und was trägt mich wirklich?
Kurz mal den Wald zwischen den Bäumen suchen.
Kurz mal den Kompass entstauben.
Kurz mal das Ziel am Herzen ausrichten.
Halt mal kurz dein Leben an.
Lass Gott an dein Herz ran.
Frage ihn, ob die Richtung stimmt.
Und dann geh weiter.
Nach vorne oder zurück.
Und wenn du umkehrst sei gewiss:
Gott geht diesen Weg mit dir mit.
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