Befolgt also sorgfältig alles, was der HERR, euer Gott, euch befohlen hat. Weicht nicht davon ab!
5. Mose 5,32
Wie ernst nehme ich manche Dinge? Wie wichtig sind sie mir? Oder kann ich nicht doch mal fünf gerade sein lassen? Fragen, die sich im Alltag dauernd stellen. Fragen, die sich aber auch an unseren Glauben richten.
In der Tora, den 5 Büchern Mose stehen viele hundert Regeln und Gesetze. Bis heute versuchen tiefgläubige Juden nach allen diese Regeln zu leben. Und das neue Testament berichtet auch davon, dass Jesus und seine Jünger immer wieder Ärger mit frommen Juden bekamen, weil sie gegen die strengen Regeln verstießen.
Jesus selbst war es schließlich, der den bekannten Satz sagte: Alle Gebote sind zusammengefasst in dem einen: Du sollst deinen Gott lieben, deinen Nächsten und dich selbst.
Ich finde dies eine fantastische Möglichkeit, um gut in der Nachfolge Jesu leben zu können. Zuerst steht der Glaube an Gott. Er ist die Grundlage alle weiteren. Erst dann kommt die Liebe zu dem und der Nächsten. Und hier wird bewusst nicht konkreter geregelt. Denn der Maßstab des Handelns ist die Liebe. Und manchmal kommt die Liebe zu ganz unterschiedlichen Antworten. Während man als Eltern mal mit Strenge aus Liebe reagieren muss, kann es ein anderes Mal sein, dass man als Eltern sehr großzügig aus Liebe heraus reagieren muss. Die Liebe ist als Maßstab sehr viel besser geeignet als alle Regeln.
Und schließlich gilt der dritte Teil der Antwort Jesu. Liebe dich selbst. Dieser Teil kommt oftmals einfach zu kurz. Dabei ist die Selbstliebe auch eine gute Grundlage dafür, andere zu lieben. Wenn ich immer nur gebe und nie empfange, werde ich irgendwann einmal leer sein.
Guter Vater!
Wie gut, dass die Liebe das Maß ist. Amen.
Das geschenkte Lächeln (Melanie Mieske)
Justin ging an Mamas Hand durch die Stadt. In der anderen Hand hielt er ein Brötchen und knabberte gelangweilt daran herum. Plötzlich sah er einen alten Mann an der Wand des großen Einkaufszentrums sitzen. Vor dem Mann lag ein alter Hut mit einigen Löchern und der Mann schaute ganz traurig. „Eine milde Gabe...eine milde Gabe...“, rief der Mann jedes Mal wenn jemand an ihm vorbei ging. Aber niemand beachtete ihn. „Was hat der Mann?“, fragte Justin Luca seine Mama. „Weißt Du...“, antwortete sie ihm, “es gibt Menschen die sind ganz arm und haben kein Geld um sich etwas zu essen zu kaufen. Manche finden keine Arbeit, andere sind vielleicht krank und können nicht mehr arbeiten. Dann setzten sie sich auf die Straße und fragen andere Leute ob sie ihnen etwas abgeben. Diese Menschen nennt man Bettler“. Justin schaute den Mann an. Er blickte immer noch traurig umher. Eine alte Dame ging vorbei und warf ihm ein Euro-Stück in den Hut. „Vielen Dank die Dame! Gott schütze sie!“ ,sagte der Mann und versuchte trotz seiner Traurigkeit zu lächeln.
Mama wollte weiter gehen, aber Justin riss sich von der Hand los und ging zu dem Mann hin. „Warum bist Du so traurig?“, fragte er ihn. Der Mann erklärte es Justin: „Ach weißt Du, ich habe meine Arbeit verloren, weil ich sehr, sehr krank bin. Nun kann ich kein Geld verdienen um mir etwas zum Essen zu kaufen und habe schon seit Tagen nichts mehr gegessen.“ „Hmmm...“, Justin Luca überlegte kurz. „Weißt Du was. Ich bin noch zu klein und habe kein Geld was ich Dir in Deinen Hut werfen kann, aber wenn Du willst, dann gebe ich Dir mein Brötchen ab.“ Justin hielt dem Mann sein Brötchen hin. „Das ist lieb von Dir", sagte der Mann, "aber ich kann Dir doch nicht Deine Sachen wegessen.“. „Ist schon o.k.“ lächelte Justin „ich bin schon satt...also nimm, ich teile gerne mit Dir“. Der Mann schenkte ihm ein Lächeln und sah Mama fragend an. „Nehmen sie ruhig“, sagte Mama, „wenn mein Junge teilen will, dann ist das schon ok.“. Der Mann nahm das Brötchen und streichelte Justin über dem Kopf. „Vielen Dank, Du bist ein guter Junge, deine Mama kann stolz auf dich sein!“.
Als sie weiter gingen drehte sich Justin noch einmal um. Der Mann schaute jetzt nicht mehr traurig, sondern fing an ein fröhliches Lied zu singen. Ein Lied von einem kleinen Jungen, der das teilen gelernt hatte. Dieser Gesang war so schön anzuhören, dass immer mehr Leute stehen blieben und ihm zuhörten. Manche warfen dann auch ein paar Münzen in seinen Hut.
„Du hast heute etwas sehr Tolles gemacht“, sagte Mama „Du bist mein kleiner Held. Du hast dem Mann sein Lächeln wiedergeschenkt und weil er wieder so fröhlich ist, hat er mit seinem Gesang Geld verdient und muss nicht mehr hungern.“ „Aber Mama, das war doch nur ein Brötchen...“, Justin schaute sie ungläubig an. „Nein Kleiner...Du hast etwas gemacht, was viele Große schon verlernt haben. Zuhören, Helfen und mit Ärmeren teilen, dass nennt man Nächstenliebe. Außerdem hast Du ihm gezeigt, dass er trotz seiner Krankheit etwas tun kann um andere Menschen fröhlich zu machen. Du hörst doch wie schön er singt und siehst wie fröhlich die Menschen gucken“.
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