Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!
Psalm 113,3
Als ich diesen Vers las, kam mir sofort die Melodie des schönen Kanons mit genau diesem Text in den Sinn. Der Text ist aber nur auf den ersten Blick eindeutig. Gemeint ist hier nicht, Gott sei den ganzen Tag von morgens bis abends zu loben. Gemeint ist vielmehr wie es die Gute Nachricht Übersetzung beschreibt: „Von dort, wo die Sonne aufgeht, bis dorthin, wo sie versinkt – überall werde der HERR gepriesen!“ Also wird der Name Gottes überall auf der Welt gelobt.
Und der Psalmbeter hat natürlich Recht gehabt. Vielleicht war es damals etwas optimistisch, dies von dem Gott Israels zu behaupten. Heute aber loben weltweit Christinnen und Christen den Namen und die Taten und die Liebe Gottes. Man kann sich absolut sicher sein: irgendwo auf der Welt wird immer ein Lobgebet zu Gott gesprochen. Erst heute Morgen schrieb mein Kollege aus Namibia, dass er Gott dankbar sei, er würde heute 50 Jahre alt werden. Eingebunden in so eine große Gemeinschaft. Überall auf der Welt gibt es Christinnen und Christen.
Der Psalm wurde im alten Israel zum Passafest gebetet. Man erinnerte sich an den Auszug aus Ägypten, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei befreit hat. Und wenn wir zurückblicken? Gibt es dann nicht auch richtig viel in unserem Leben, wofür wir Gott danken können. Alleine wenn ich jetzt an den Urlaub denke, dann fallen mir tausende Gründe ein, Gott zu danken. Und vielleicht machen Sie es heute Abend wie der Psalmbeter: Innehalten, zur Ruhe kommen, in sich hineinfühlen und dann spüren und sehen wie viele Gründe es auch in Ihrem / deinem Leben gibt, Gott zu danken. Gelobt sei der Name des Herrn vom Aufgang bis zum Niedergang!
Guter Vater!
Ich danke dir aus ganzem Herzen. Amen.
Das Grillchen (von Wessenberg)
Franziskus einst, der Heilge saß
vor seiner Zell und Psalmen las.
Der Abend durch die Wipfel glüht,
als durch der Dämmrung Stille
mit hellem Flügelschlag
ihr Lied ertönen lässt die Grille.
Gott preist das Grillchen für den Tau,
der es erquickt auf grüner Au.
Der Heilge schlägt den Psalter zu,
denn schöner, wollts ihm scheinen,
ruf’ ihm das fromme Grillchen zu:
Wie groß ist Gott, wie groß ist Gott,
wie groß ist Gott im Kleinen!
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