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Tageslosung 4.8.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Ihr habt gesehen, dass ich euch getragen habe wie ein Adler seine Jungen; ich habe euch wohlbehalten hierher zu mir gebracht.
2. Mose 19, 4

Jetzt ist wieder die Zeit des Urlaubs. Wir genießen die freie Zeit und dass wir andere Sachen erleben als in unserem Alltag. Wenn uns etwas Besonderes oder Schönes begegnet, dann zücken wir schnell Kamera oder Smartphone und fotografieren es. Und am Ende des Jahres ist es dann bei vielen Tradition, ein Fotobuch zu erstellen. Manchmal schnappen wir uns dann die alten Bücher, blättern darin rum und erinnern uns. Ich selber habe noch Erinnerungskisten, meist Schuhkartons. In die kommen dann Erinnerungen an schöne Erlebnisse: Karten vom SC Freiburg, eine Quittung vom Restaurant, eine Postkarte.

Ich finde das Sammeln von schönen Momenten bewahrt auch davor, in den Trott zu verfallen und zu denken: Ach, ist mein Leben anstrengend gewesen: Die Ausbildung, die Examina, die viele Arbeit, das Erziehen der Kinder, die Sorge und Pflege der Eltern, und, und, und … Nein, wenn ich mich an die schönen Dinge erinnere, dann erfreuen sie mich noch einmal und bewahren mich vor Schwermut.

Im 2. Buch Mose tut Gott dasselbe mit seinem Volk. Er erinnert es daran, wie er sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat, wir er sie in jahrelanger Wanderung durch die Wüste geführt hat, wie sie mit seiner Hilfe eine neue Heimat fanden. Hier ist es wie bei den Fotos oder Quittungen – eine Erinnerung an das enge und intime Verhältnis zwischen Israel und seinem Gott.

Und so kann es heute auch für uns ein Anstoß sein, über unsere wertvollen und guten Erfahrungen mit Gott nachzudenken. Ich bin mir ganz sicher, wir werden eine Menge finden, wenn wir uns die Zeit nehmen. Und auch dadurch werden wir fröhlich werden und dankbar.

Guter Vater!

Danke für alles, womit du mir geholfen hast. Amen.

 

Die Feldmaus Frederick (Leo Leonni)

Rund um die Wiese herum, wo Kühe und Pferde grasten, stand eine alte, alte Steinmauer. In dieser Mauer, nahe bei Scheune und Kornspeicher, wohnt eine Familie schwatzhafter Feldmäuse. Aber die Bauern waren weggezogen, Scheune und Kornspeicher standen leer. Und weil es bald Winter wurde, begannen die kleinen Feldmäuse Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln.  Alle Mäuse arbeiteten Tag und Nacht. Alle, bis auf die Maus Frederick. „Frederick, warum arbeitest du nicht?“ fragten sie. „Ich arbeite doch“, sagte Frederick, „ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.  

“Und als sie Frederick so dasitzen sahen, wie er auf die Wiese starrte, sagten sie: „Und nun, Frederick, wir sind alle am Arbeiten, was machst du jetzt?“  „Ich, ich sammle Farben“, sagte er nur, „denn der Winter ist lang und grau.“

Und einmal sah es so aus, als sei Frederick halb eingeschlafen, während die anderen hart schufteten. „Träumst du, Frederick?“ fragten die Mäuse vorwurfsvoll. „Aber nein“, sagte er, „ich sammle Wörter. Es gibt lange, dunkle Wintertage und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen. “ Als nun der Winter kam und der erste Schnee fiel, zogen sich die fünf kleinen Feldmäuse in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück. In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählten sich Geschichten, über singende Füchse und tanzende Katzen. Da war die Mäusefamilie glücklich! Aber nach und nach waren fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert, das Stroh war alle und an die Körner konnten sie sich kaum noch erinnern. Es war auf einmal sehr kalt zwischen den Steinen der alten Mauer und keiner wollte mehr sprechen.

Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. „Frederick!“ riefen sie, „was machen deine Vorräte?“  „Macht die Augen zu“, sagte Frederick und kletterte auf einen großen Stein. „Jetzt schicke ich euch Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?“ Und während Frederick so von der Sonne erzählte, wurde den vier kleinen Mäusen schon viel wärmer. Ob das Fredericks Stimme gemacht hatte? Oder war es ein Zauber? „Und was ist mit den Farben, Frederick?“ fragten sie aufgeregt. „Macht wieder eure Augen zu“, sagte Frederick. Und als er von blauen Kornblumen und roten Mohnblumen im gelben Kornfeld und von grünen Blättern am Beerenbusch erzählte, da sah sie die Farben so klar und deutlich vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen.  

„Und die Wörter, Frederick?“ Frederick räusperte sich, wartete einen Augenblick und dann sprach er wie von einer Bühne herab: „Wer streut die Schneeflocken, wer schmilzt das Eis? Wer macht lautes Wetter, wer macht es leis? Wer bringt den Glücksklee im Juni heran? Wer verdunkelt den Tag, wer zündet die Mondlampe an? Vier kleine Feldmäuse, wie du und ich, wohnen im Himmel und denken an dich. Die erste ist die Frühlingsmaus, die lässt den Regen lachen. Als Maler hat die Sommermaus die Blumen bunt zu machen. Die Herbstmaus schickt mit Nuss und Weizen schöne Grüße. Pantoffeln braucht die Wintermaus, für ihre kalten Füße. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind vier Jahreszeiten. Keine weniger und keine mehr. Vier verschiedene Fröhlichkeiten. “Als Frederick aufgehört hatte klatschten alle fröhlich, lachten und riefen: „Frederick, du bist ja ein Dichter! “ Frederick wurde rot, verbeugte sich und sagte bescheiden: „Ich weiß es, ihr lieben Mäusegesichter.“

www.leonhard-schweinau.de/system/files/dateien/Die%20Feldmaus%20Frederick.pdf

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Veröffentlicht am3. August 2026

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Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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