Und der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.
5.Mose 30,9
Zuerst löst die Tageslosung eine große Freude und eine Verheißung aus. Gott gibt mir Glück! Das erste aber, was mir auffällt ist, dass Gott nicht einfach so Glück verschenkt. Wir werden nicht einfach mit einem Lottogewinn überschüttet, obwohl wir gar kein Los gekauft haben. Denn zu Gottes Glück gehört das Werk unserer Hände. Erst unser Tun und Gottes Segen bringen zusammen das Glück. Die Hände also in den Schoß zu legen und auf Glück zu warten, funktioniert nicht.
Das Zweite, was auffällt ist die Begründung, die ein paar Zeilen weiter folgt. Dort heißt es: „…weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst und hältst seine Gebote und Rechte …“ Also, zwei Dinge sind notwendig: Das eigene Tun und das Mich-an-Gott-halten.
Ich halte dies auch beides wirklich für gut und richtig. Dinge, die ich geschenkt bekomme, erfreuen mich zumeist natürlich. Aber Dinge, die ich mir selbst erarbeitet habe, bringen mir neben der Freude auch noch den Stolz auf das Geschaffte. Sie sind also für mein Leben wirklich mehr wert.
Und wieso sollte ich den Anspruch haben, etwas von Gott geschenkt zu bekommen, wenn ich mich gar nicht bei ihm und mit ihm aufhalte? Das wäre so als würde ich von Wildfremden erwarten, dass sie mir etwas schenken, obwohl ich nichts mit ihnen zu schaffen hatte.
Mit Gott durch das Leben zu gehen. Eigene Kraft, Liebe und Fleiß zu investieren. Das scheint eine gute Formel für das Leben zu sein, für ein gelingendes reiches Leben zu sein.
Guter Vater!
Danke für deinen Segen für mein Tun. Amen.
Das Wachsen der Saat
Ein Bauer besaß ein kleines Feld. Jeden Morgen stand er früh auf, pflügte den Boden, entfernte Steine und säte sorgfältig das Korn aus. Tag für Tag arbeitete er fleißig. Doch als die Saat in der Erde lag, konnte er sie nicht zum Wachsen zwingen.
Eines Tages fragte sein Sohn:
„Vater, warum gehst du jeden Tag aufs Feld? Du kannst die Pflanzen doch gar nicht wachsen lassen!“
Der Bauer lächelte und antwortete:
„Das stimmt. Wachsen lassen kann nur Gott. Aber Gott erwartet von mir, dass ich meinen Teil tue. Ich muss säen, gießen und das Unkraut entfernen. Den Segen für die Ernte schenkt Gott.“
Wochen später standen die Halme hoch auf dem Feld. Eine reiche Ernte konnte eingefahren werden. Da sagte der Bauer zu seinem Sohn:
„Siehst du, weder mein Fleiß allein noch Gottes Segen ohne Arbeit hätten diese Ernte gebracht. Gott schenkt das Wachstum, und wir dürfen treu unsere Arbeit tun.“