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Tageslosung 30.6.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Nehmt also Gott zum Vorbild! Ihr seid doch seine geliebten Kinder! Euer ganzes Leben soll von der Liebe bestimmt sein. Denkt daran, wie Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben hat, als eine Opfergabe, an der Gott Gefallen hatte.
Epheser 5, 1+2

Wir orientieren uns gerne an Vorbildern. So wird im Moment auf den Fußballplätzen gerufen: Ich bin wie Mbappe, wie Ronaldo, wie Messi, wie Dembele, wie Manuel Neuer. Kinder und Jugendliche eifern ihren Idolen und Vorbildern nach, tragen deren Trikots, versuchen die gleichen Tricks. Der Schreiber des Epheserbriefes möchte, dass die Gläubigen sich Gott zum Vorbild nehmen. Er meint, dass Christinnen und Christen das können, weil sie von Gott schon geliebt sind.

Das ganze Leben soll durch die Liebe bestimmt sein. Also nicht nur Teilbereiche, nicht nur die Freunde und die Familie, sondern immer und jedem gegenüber. Man könnte es übersetzen und in den Alltag bringen mit der Aufforderung „Den / die Andere(n) mit den Augen der Liebe sehen:“

Wenn ich dies tue, dann verliere ich als Erstes die Gleichgültigkeit gegenüber Menschen. Dann kann es mir nicht egal sein, wie es dem / der Anderen geht. Das bedeutet nicht, dass ich für das Glück aller Menschen der Welt verantwortlich bin. Aber es bedeutet, sich mit Freundlichkeit und Aufmerksamkeit zu begegnen.

In der Welt gibt es genug Selbstverwirklichung und das Beachten der eigenen Interessen. Gott lädt ein, dass Miteinander, die Gemeinschaft in den Mittelpunkt zu stellen. Wer Christus nachfolgt, fragt nicht zuerst: „Was bringt mir das?“, sondern: „Wie kann ich Gottes Liebe weitergeben?“ Und dieser Perspektivenwechsel ändert mich und die Welt.

Guter Vater!

Schenke mir ein offenes Herz und offene Augen. Amen.

 

Die Brücke

Zwei Brüder lebten auf benachbarten Bauernhöfen. Viele Jahre hatten sie friedlich zusammengearbeitet. Doch nach einem Streit redeten sie kein Wort mehr miteinander.

Eines Tages klopfte ein Zimmermann an die Tür des älteren Bruders und fragte nach Arbeit. Der Bruder zeigte auf den Bach, der neuerdings zwischen den beiden Höfen verlief, und sagte: „Siehst du dort? Mein Bruder hat den Graben gezogen. Baue mir einen hohen Zaun, damit ich ihn nie wieder sehen muss.“

Der Zimmermann nickte und machte sich an die Arbeit.

Als der Bauer am Abend zurückkam, traute er seinen Augen nicht. Statt eines Zaunes hatte der Zimmermann eine wunderschöne Brücke über den Bach gebaut.

Im selben Moment kam der jüngere Bruder über die Brücke auf ihn zu, breitete die Arme aus und sagte: „Nach allem, was geschehen ist, baust du eine Brücke zu mir. Vergib mir!“

Die beiden Brüder fielen sich in die Arme und versöhnten sich.

Als sie sich umdrehten, wollten sie dem Zimmermann danken. Doch der war bereits dabei, seine Werkzeuge einzupacken.

„Bleib doch noch! Wir haben weitere Arbeiten für dich!“, riefen sie.

Der Zimmermann lächelte und antwortete: „Ich würde gern bleiben, aber ich muss noch viele Brücken bauen.“

 

Info

Veröffentlicht am29. Juni 2026

In den Neuigkeiten vonTageslosung

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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