Als die Apostel und die anderen das hörten, gaben sie ihren Widerstand auf. Sie priesen Gott und sagten: »Also hat Gott auch den Nichtjuden den Weg eröffnet, zu ihm umzukehren und das wahre Leben zu gewinnen.«
Apostelgeschichte 11, 18
Hier stehen wir vor einem Moment, der wirklich maßgeblich die Weltgeschichte verändert hat. Petrus, der sonst sich immer nur an Juden hielt, um zu missionieren erzählte den anderen Jüngern davon, warum er nun auch Heiden missionierte. Er hatte eine Vision von einem Tischtuch, auf dem alle Tiere versammelt waren, die Juden nicht essen dürfen. Und gleichzeitig hörte er die Stimme Gottes: „Schlachte und iss!“ Als Petrus sich weigerte, musste er sich von Gott sagen lassen: „Was Gott für rein erklärt hat, das erkläre du nicht als unrein.“ Und Gott befiehlt ihm, Boten zu folgen, die er ihm schicken wird. Diese kommen und bringen ihn zu einem Mann, der getauft werden will. Als er in dessen Haus ist, kommt der heilige Geist über alle Anwesenden und Petrus muss an den Satz Jesu denken: „Johannes hat mit Wasser getauft, aber ihr werdet mit dem Geist Gottes getauft werden.“ Dies war der Beginn der Heidenmission, die später Paulus im gesamten Mittelmeerraum betrieben hat. Wenn sich die Jünger nur an Juden gehalten hätten, dann wäre das Christentum heute eine kleine jüdische Sekte.
Mir fallen die Worte auf „wahres Leben“, was Luther mit „Rettung“ übersetzt hat. Zum Glauben finden ist nicht nur eine nette neue Haltung, sondern ein ganz verändertes Leben. Wer wirklich zum Glauben kommt, für den gibt es keinen Lebensbereich mehr, in dem die christliche Botschaft keine Rolle spielt. Alles was wir als Christinnen und Christen tun, steht unter der Nachfolge Jesu und damit unter der Frage „Was hätte Jesus getan?“
Guter Vater!
Danke für deine Botschaft der Liebe, die Menschen rettet. Amen.
Baiwans Rettung (Sigrid Langenscheid)
Folgende wahre Begebenheit aus dem Leprakrankenhaus in Pokhara (Nepal) will uns zeigen, wie und wozu Menschen von Jesus gebraucht werden können:
Vor einigen Tagen kam Baiwan wieder hier an. Seine Füße sind voller Geschwüre, seine Hände und das Gesicht vernarbt und verkrüppelt ... Niemand kennt ihn, man weiß nur, er ist furchtbar elend und erschöpft. Und wenn man die Sitten Nepals kennt, dann ahnt man etwas von seiner schrecklichen Vergangenheit: ausgestoßen aus Familie und Dorf, ohne Versorgung, ohne menschliche Nähe und Gemeinschaft... Und das vielleicht schon seit zehn Jahren oder noch länger.
Gerade ist eine Schwester wieder dabei, seine Füße frisch zu verbinden, da fragt er ganz unverhofft: »Bist du auch ein Christ?«
Erstaunt blickt die Schwester auf: »Ja, aber wieso fragst du? Kennst du vielleicht andere Christen auch?«
»Nein, ich habe nie von ihnen gehört, aber als ich herkam ...«, und dann kam die ganze Geschichte heraus:
Baiwan war wochenlang zu Fuß unterwegs gewesen, um dieses Leprakrankenhaus in Pokhara zu erreichen. Wenn man seine Füße ansah, dann konnte man sich kaum vorstellen, wie er diesen beschwerlichen Weg durch die Berge Nepals zurücklegen konnte. Wie oft hatte er aufgeben wollen, aber dann hatte er sich doch wieder aufgerafft - war doch das Leprakrankenhaus seine einzige Hoffnung überhaupt! - Endlich hatte er eine Straße erreicht, so daß er das letzte Stück - etwa fünf Stunden - mit dem Bus zurücklegen konnte. So kam er dann in Pokhara an.
Aber was nun? Das Krankenhaus liegt weit außerhalb der Stadt, und seine Kraft war am Ende. Ob vielleicht irgendein Taxifahrer...? Er versuchte es, doch vergeblich, kein Taxifahrer war bereit, ihn in seinem Auto mitzunehmen. Einer sagte es sogar gradheraus:
»Und wenn du mir 50 Rupies geben würdest - ich würde dich doch nicht mitnehmen, weil ich Angst habe, mich anzustecken.« Dann kam auf einmal ein fremder Nepali hinzu: »Ich werde dich auf meinem Rücken ins Krankenhaus tragen ...«
Baiwan meinte, sich verhört zu haben. Seit Jahren war er es gewohnt, daß Menschen ihm auswichen, einen großen Bogen um ihn machten. Und nun war da ein Fremder, der tat so, als gäbe es alle seine Geschwüre nicht; der wollte ihn sogar anfassen, auf seinem Rücken tragen? Das war ihm unbegreiflich. Endlich fragte er ihn: »Warum tust du das? Hast du keine Angst?«
»Doch, aber ich bin ein Christ«, war die kurze Antwort des Fremden.
Diese Antwort ging Baiwan nicht aus dem Kopf. Er musste unbedingt herausfinden, was das für Leute sind, die Christen ... Und im Leprakrankenhaus war er an der richtigen Adresse. Hier gab es Menschen, die ihm den Weg zu Jesus zeigen konnten.