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Tageslosung 28.9.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Ich will dich mir verloben auf ewig, ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Hosea 2,21

Überschrieben ist das Kapitel beim Propheten Hosea mit der Überschrift „Gottes Treue überwindet Israels Untreue“. Obwohl das Volk abtrünnig geworden ist und zu anderen Göttern gegangen ist, hält Gott ihm weiterhin die Treue. Er fühlt sich mit Israel verbunden, wie ein Bräutigam mit seiner Braut.

Dieser Satz aber kann auch andersherum gesagt werden. Auch Menschen können zu Gott sagen: „Ich gehöre ewig zu dir.“ Als Jugendlicher war ich oft in Frankreich, im Orden Taizé, wo ich wochenweise mit tausenden anderen jungen Menschen und den Brüdern zusammengelebt habe. Dort lernte ich eine Gruppe junger Menschen kennen, die der charismatischen Gemeindeerneuerung angehörten. Ich fand faszinierend, wie ernsthaft sie den Glauben lebten. Und so entschloss ich mich dazuzugehören. Auf einer Wiese übergab ich feierlich Jesus mein Leben und stellte dieses anschließend in seinen Dienst. Später fand ich vieles in dieser Bewegung sehr fragwürdig und bin wieder bei meiner ganz normalen landeskirchlichen Gemeinde gelandet. Und doch bedeutet es mit bis heute viel, mein Leben in den Dienst Gottes gestellt zu haben und weiterhin zu stellen.

Es gibt Menschen, wie die Brüder in Taizé, die ihr ganzes Leben in den Dienst Gottes stellen. Wieder andere fühlen sich Gott ebenfalls sehr nahe und verlieren zeitweise trotzdem den Kontakt, bevor sie wieder zu Gott zurückkehren. Wieder andere wenden sich enttäuscht von ihm ab. Das Beispiel Israels aber zeigt, dass Gott ein ausgesprochen geduldiger Gott ist. Er hofft auf unsere Antwort auf sein Werben. Er hofft darauf, uns in unserem Leben begleiten zu können. Und über jedes Ja freut er sich riesig – auch über deines und Ihres.

Guter Vater!

Ich möchte mein Leben an deiner Seite leben. Amen.

 

Nur eine von vielen?

Aufgeregte Kinder und Eltern füllen den Saal einer Schule. Meine älteste Tochter Finja (damals 10 Jahre alt) hat einen besonderen Auftritt vor sich. Sie führt mit vielen anderen Kindern zusammen ein Gitarren-Musical auf. Finja hat mit großer Begeisterung die verschiedenen Stücke geübt und kann sogar die verhältnismäßig schwierigen Passagen aus dem passenden Notenheft spielen. Deshalb darf sie die erwachsenen Gitarrenschüler begleiten und auch ein Solo ist für sie geplant. Ich bin ganz stolz auf meine Tochter! Mein Mutterherz wird warm vor Liebe, als mein Kind mit den anderen Musikschülerinnen und -schülern die Bühne betritt.  

Bevor das Konzert beginnt, liest der Musiklehrer die Namen der teilnehmenden Kinder vor. Es ist eine lange Liste und ich warte, dass Finjas Name genannt wird. Er ist nicht dabei. Mein Kind wird nicht erwähnt. Sie wurde vergessen. Ich kann Verwunderung und Enttäuschung an Finjas Gesicht ablesen. Ich fühle mit ihr, als sei ich selbst betroffen. Das bin ich gewissermaßen auch, schließlich ist Finja ein Teil von mir. Sie ist meine Tochter!  

Es versetzt mir einen kleinen Stich ins Herz. Am liebsten würde ich aufspringen und darauf hinweisen, dass ein Name vergessen wurde – der meiner Tochter! Ich erwäge tatsächlich, es zu tun. Doch es geht gleich weiter im Programm und ich will nicht stören. Stattdessen werfe ich meiner fantastischen Gitarrenspielerin einen aufmunternden Blick zu, den sie dankbar auffängt. „Mama hat mich nicht vergessen.“ Das soll Finja wissen. So kann sie sich ermutigt und angespornt auf ihren Part beim Konzert konzentrieren.  

Nach der gelungenen Veranstaltung nehme ich Finja in den Arm und lobe sie ausführlich. Gemeinsam freuen wir uns über ihren Erfolg. Sie vergisst schnell, dass ihr Name zu Beginn nicht genannt wurde. Doch ich selbst denke noch länger darüber nach.  

Mir fällt ein, dass Gottes Beziehung zu mir recht ähnlich ist, wie die einer liebenden Mutter zu ihrem Kind. Ich stelle mir vor, wie Gott irgendwo mitten in der Menge sitzt, während ich in meinem Lebenskonzert mal unsicher, mal selbstbewusst auf der Bühne stehe und meine Gaben einsetze.  

Ich bin mir sicher, er würde nicht zögern für mich aufzustehen. Er wäre bereit zu rufen: „Seht mal alle her! Da ist mein großartiges Kind, das ich sehr liebhabe!“    www.erf.de/lesen/themen/glaube/2803-542-7644?

Info

Veröffentlicht am27. September 2026

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Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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