Singt und spielt Christus, dem Herrn, von ganzem Herzen.
Epheser 5,19
„Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über.“ So lautet ein altes Sprichwort. Und wir kennen das ja auch aus unserem Leben. Wenn z.B. der SC Freiburg mit 5:0 gegen Borussia Mönchengladbach oder 3:0 gegen Werder Bremen gewinnt, dann singen die Fans aus vollem Halse „So ein Tag, so wunderschön wie heute“. Wer sich freut, singt gerne und laut.
Und so ist es auch, wenn wir feststellen, wie viel uns der Glaube bedeutet, wie sehr wir uns von Gott begleitet und aufgehoben finden. Auch dann sagt der Psalmbeter, sollen wir singen und jubilieren. Und so sind viele der ganz wunderschönen Oratorien entstanden, weil sie Gott loben und preisen wollten.
Aber es hat noch eine andere Funktion. Der vordere Teil des Satzes der Tageslosung heißt: „Ermuntert einander mit Psalmen und Lobliedern, wie der Geist sie euch eingibt.“ Singen ist also nicht nur für mich selbst. Singen kann und soll auch die anderen erfreuen. Wir merken es zum Beispiel im Chor. Wenn wir die einzelnen Stimmen singen, dann klingen sie meist wenig begeisternd. Wenn aber zu dem Sopran, der Alt, der Tenor und der Bass kommen, dann klingen alle Stimmen zusammen erst wunderbar. Erst aus der Vielfalt entsteht das volle Volumen.
Wir kennen es aber auch, dass wir gerne anderen beim Singen zuhören. Nicht umsonst sind die am meisten gefeierten KünstlerInnen oft Sängerinnen oder Sänger. So kann uns das Singen begeistern, nachdenklich machen, die Seele anrühren, uns zum Weinen oder zum Lachen bringen. Und das Singen vermag noch etwas anders. Es kann die Botschaft der Liebe Gottes direkt in unsere Herzen tragen und dort fest verankern. Also lasst uns gegenseitig das Leben voller Freude machen und miteinander und füreinander singen.
Guter Vater!
Ich singe dir mit Herz und Mund. Amen.
1. Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.
2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
viel Heil und Gutes fließt.
3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd,
das uns, o Vater, nicht von dir
allein gegeben werd?
4. Wer hat das schöne Himmelszelt
hoch über uns gesetzt?
Wer ist es, der uns unser Feld
mit Tau und Regen netzt?
5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind?
Wer macht es, dass man Öl und Most zu seinen Zeiten find’t?
6. Wer gibt uns Leben und Geblüt?
Wer hält mit seiner Hand
den güldnen, werten, edlen Fried
in unserm Vaterland?
7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du musst alles tun,
du hältst die Wach an unsrer Tür
und lässt uns sicher ruhn.
8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr,
bleibst immer fromm und treu
und stehst uns, wenn wir in Gefahr
geraten, treulich bei.
9. Du strafst uns Sünder mit Geduld
und schlägst nicht allzusehr,
ja endlich nimmst du unsre Schuld
und wirfst sie in das Meer.
10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht
und gibst uns, was uns hoch erfreut
und dir zur Ehr gereicht.
11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei;
kein Zähr- und Tränlein ist so klein,
du hebst und legst es bei.
12. Du füllst des Lebens Mangel aus
mit dem, was ewig steht,
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.
13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut!
Dein Gott, der Ursprung aller Ding,
ist selbst und bleibt dein Gut.
14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht,
dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und lässt dich nicht.
15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht?
Nimm deine Sorg und wirf sie hin
auf den, der dich gemacht.
16. Hat er dich nicht von Jugend auf
versorget und ernährt?
Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt!
17. Er hat noch niemals was versehn
in seinem Regiment,
nein, was er tut und lässt geschehn,
das nimmt ein gutes End.
18. Ei nun, so lass ihn ferner tun
und red ihm nicht darein,
so wirst du hier im Frieden ruhn
und ewig fröhlich sein.
Paul Gerhardt