Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19,25
Ich habe eine tolle Erklärung für Kinder gefunden, was Erlösung für die Menschen bedeutet. Dort heißt es: „Christinnen und Christen glauben, dass Jesus für sie gestorben ist, um sie vom Tod zu erlösen. Das bedeutet: Jesus ist am Kreuz gestorben, um den Menschen zu zeigen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist. Durch seine Auferstehung hat er gezeigt, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Tod. Christinnen und Christen glauben deshalb, dass die Seele und die Liebe, die der Verstorbene anderen gegeben hat, nach dem Tod bei Gott weiterleben. Und natürlich auch in den Menschen, die um den Toten trauern.
Für Gläubige im Christentum ist Jesus außerdem am Kreuz gestorben, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien. Christinnen und Christen glauben, dass kein Mensch perfekt ist, Jesus es aber auf sich genommen hat, stellvertretend für sie ihre Sünden zu büßen. Damit gab er ihnen die Möglichkeit, frei von Sünden zu Gott zu kommen.“ Das also beinhaltet Erlösung - Leben nach dem Tod und die Befreiung von Schuld.
Entscheidend an diesem Satz finde ich aber zusätzlich auch, dass Hiob - trotz aller Qual – an der Gegenwart der Erlösung festhält. Für ihn ist es ein aktuelles Geschehen. Es ist keine alte Jesusgeschichte. Erlösung findet hier und jetzt statt. Und so ist es bis heute geblieben.
Wenn Gott nicht weiter gegenwärtig handeln würde, dann wäre die Bibel nichts großartiges Anderes als Grimms Märchen. Schön zu lesen, mit der ein oder anderen immer noch gültigen moralischen Ermahnung. Aber nur ein Stück Literatur. Gott aber ist und bleibt gegenwärtig Dein, Mein und Ihr Erlöser – schenkt Leben gegen den Tod und befreit von Schuld. Und immer noch können wir daraus leben.
Guter Vater!
Du bist gegenwärtig, danke. Amen.
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Es war spät am Abend. Der Regen trommelte gegen die Fensterscheiben, während Anna allein in ihrem kleinen Wohnzimmer saß. Vor wenigen Wochen hatte sie ihre Arbeit verloren, und nun lag auch ihre Mutter schwer krank im Krankenhaus. Alles schien dunkel geworden zu sein.
Auf dem Tisch lag eine alte Bibel ihrer Großmutter. Anna öffnete sie zufällig und ihre Augen blieben an einem Vers hängen:
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“
Sie las den Satz immer wieder. Erst leise, dann laut.
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“
Zum ersten Mal seit Tagen spürte sie Frieden. Nicht, weil plötzlich alle Probleme verschwunden waren. Nicht, weil sie sofort Antworten hatte. Sondern weil sie begriff: Gott hatte sie nicht vergessen.
Am nächsten Morgen ging sie ihre Mutter besuchen. Trotz der Schmerzen lächelte die alte Frau schwach und fragte:
„Hast du noch Hoffnung, Anna?“
Anna nickte mit Tränen in den Augen.
„Ja. Nicht auf mich selbst. Aber auf den, der lebt.“
Die Krankheit verschwand nicht sofort. Auch die Sorgen blieben noch eine Zeit lang. Doch Anna ging anders durch diese Tage. Aus Angst wurde Vertrauen. Aus Verzweiflung wurde Hoffnung.
Denn sie wusste nun:
Egal wie dunkel die Nacht ist — ihr Erlöser lebt.