Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt im Himmel und auf der Erde – es gibt ja unzählige Götter, unzählige ›Herren‹ –, so gilt doch für uns das Bekenntnis: Einer ist Gott: der Vater, von dem alles kommt und zu dem wir unterwegs sind. Und einer ist der Herr: Jesus Christus, durch den alles geschaffen ist und durch den wir das neue Leben erhalten.
1. Korinther 8, 5+6
Diese Worte standen mitten in einer Welt voller Tempel, Opfer und religiöser Konkurrenz. Für die Christen in Korinth war der Glaube an Jesus nicht einfach eine zusätzliche Meinung unter vielen. Paulus erinnert sie daran: Hinter all den Stimmen, Mächten und Ideologien dieser Welt steht nur einer, der wirklich Ursprung und Ziel allen Lebens ist – Gott, der Vater. Und dieser Gott hat sich in Jesus Christus gezeigt.
Auch heute gibt es viele „Götter“. Vielleicht heißen sie nicht Zeus oder Apollo, sondern Erfolg, Anerkennung, Geld, Selbstverwirklichung oder Kontrolle. Vieles beansprucht unsere Aufmerksamkeit und unser Vertrauen. Paulus lenkt den Blick weg von dem, was laut und mächtig erscheint, hin zu dem einen Herrn, der wirklich trägt.
Und noch ein anderer Gedanke. Vieles und viele gebärden sich im Moment als seien sie die entscheidenden Akteure dieser Welt: Der Herr Xi aus China, der Herr Putin aus Russland, der Herr Trump aus den USA. Sie alle nehmen für sich in Anspruch, der Entscheidende dieser Welt zu sein. Dem können wir ganz ruhig entgegentreten und sagen: „Mein entscheidender Bestimmer ist Gott und kein selbsternannter Herrscher dieser Welt. Deine Kraft, deine Macht und deine Zeit sind begrenzt – die von meinem Herren sind schlicht und ergreifend völlig unbegrenzt.“ An Gottes Kraft und an Gottes Liebe zerschellen alle Großmachtphantasien und seien sie noch so mächtig.
Guter Vater!
Deine Macht ist einzigartig. Amen.
„Das leuchtende Fenster“
In einem Hochhaus arbeitete Lena bis spät in die Nacht.
Auf ihrem Schreibtisch stand ein kleiner Zettel:
„Wie mache ich aus mir das Beste, was ich kann?“ Denn sie hatte sich vorgenommen das Beste aus sich zu machen.
Wenn sie aus dem Fenster blickte, sah sie überall leuchtende Büros. Jeder schien irgendetwas hinterherzujagen. Geld. Erfolg. Anerkennung. Und alle die hinter den erleuchteten Fenstern schienen es schon geschafft zu haben. In der engen Straße konnte man gut erkennen, was sie machten.
Eines Abends fiel plötzlich der Strom aus.
Die Bildschirme wurden schwarz. Alle Gebäude lagen im Dunkeln.
Nur gegenüber brannte ein einziges warmes Licht.
Ein kleines Fenster in einer alten Küche.
Lena ging hinüber. Drinnen saß ein älterer Mann mit einer Stirnlampe und las in einer Bibel.
Er schaute auf, machte das Fenster auf und sagte:
„Manchmal merkt man erst im Dunkeln, welchem Licht man eigentlich folgt.“
Dann las er langsam:
„Für uns gibt es nur einen Gott, den Vater … und einen Herrn, Jesus Christus.“
Lena schwieg lange.
Zum ersten Mal seit Monaten hatte sie nicht das Gefühl, etwas beweisen zu müssen.
Draußen begann die Stadt wieder zu leuchten.
Aber das kleine Fenster erschien ihr heller als alles andere.