Sieh mich, deinen Diener, freundlich an und habe ein offenes Ohr für mein Gebet! Tag und Nacht flehe ich zu dir für die Menschen, die dir dienen, dein Volk Israel!
Nehemia 1,6
Wikipedia schreibt über Nehemia: „Nehemia stammt von den ins babylonische Exil verschleppten Judäern ab, die nicht nach Israel heimgekehrt waren. Er war am persischen Hof bis zum Mundschenk des Großkönigs aufgestiegen und nutzte dieses Amt, um für den Wiederaufbau der Jerusalemer Stadtmauer zu sorgen. Artaxerxers I. stattete ihn dafür mit einem Empfehlungsschreiben für die Provinzgouverneure und militärischem Begleitschutz aus. Im Jahr 445 v. Chr. traf Nehemia in Jerusalem ein.“ Spannend, also den Schutz des damals mächtigsten Mannes der Welt hatte Nehemia. Er konnte sogar unter dem Schutz von Soldaten reisen und konnte sich durch das Schreiben des persischen Königs legitimieren. Damit war er der mächtigste Mann in Israel.
Und dennoch: Er bittet, nein er fleht Gott an um dessen offenes Ohr für Nehemias Gebete. Ganz oben, ganz unten. Ganz groß und ganz klein. Spannend, der mächtigste Mann wird zum demütigen Bittsteller.
Nehemia scheint ein ausgesprochen weiser Mann gewesen zu sein. Er ist sich im Klaren, dass es für das Gelingen einer Aufgabe nicht nur Kraft, Geld und Macht braucht. Es braucht auch das Wohlwollen Gottes und seinen Segen. Daher wendet sich der mächtige Mann an Gott.
Und wie machen wir es? Luther hat Mal gesagt: „Ich habe heute viel zu tun, also muss ich viel beten.“ Ist es bei uns nicht eher so, dass wir oft vor lauter Stress das Beten ganz vergessen? Und wenn wir vor einem Berg von Arbeit stehen, dann nehmen wir unsere Kraft zusammen und ackern bis der Berg abgearbeitet ist. Aber bitten wir Gott um seine Hilfe?
Guter Vater!
Lass mich bitte klug werden. Amen.
Ich wünsche dir Gottes Segen
Und dann passt es vielleicht ganz gut, wenn ich noch anfüge: Hals- und Beinbruch! Doch auch hier hilft der jiddische Ursprung weiter. Wenn Juden sich auf Hebräisch bzw. Jiddisch Glück und Segen wünschen, heißt es: „Hazloche un broche”, Glück und Segen. Daraus ist früher der im Deutschen sonst nicht erklärbare Wunsch „Hals- und Beinbruch” geworden.
Niemand würde jemandem wünschen, dass er sich den Hals und ein Bein bricht. Aber „hazloche un broche”, also Glück und Segen – das kann man sich gerne wünschen. Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen, so singen wir ja nicht nur zum Geburtstag, sondern man kann es auch gut zum neuen Jahr wünschen! „An Gottes Segen ist alles gelegen!“
www.martins-gemeinde.de/damfiles/default/kg_martin_hohnhorst/pdf/predigt-pdf/20181231_Gerocochlovius_IchWuenschDirGottesSegen.pdf-da46a03f6c0cdfd3ac58ce23d3a17b1c.pdf