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Tageslosung 24.9.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Die Völker ringsum, die mein Strafgericht überlebt haben, sollen erkennen, dass ich, der HERR, das Eingerissene wieder aufbaue und das Verwüstete neu anpflanze.
Hesekiel 36,36

Ein ganz merkwürdiges bzw. erschreckendes Gottesbild entwirft sich hier bei dem Propheten Hesekiel (Ezechiel). Gott hat sein Volk bestraft und hat es einen Krieg verlieren lassen. Nun schmerzt es Gott, dass die anderen Völker über ihn reden: „Das ist der Gott, der nicht verhindert hat, dass sein Volk verloren hat.“ Gott fühlt seinen heiligen Namen beschmutzt. Deswegen hilft er seinem Volk wieder. Die Motivation ist aber nicht, seinem Volk zu helfen. „Ich tue es nicht für euch!“ Sondern Gott tut es für sich alleine.

Puh, mit solch einem Gottesbild tue ich mich mehr als schwer. Gott als der Gekränkte, der seinen Namen wieder leuchten sehen will und darum jetzt die anderen Völker Kriege verlieren lässt. Das stimmt mit meinem Gottesbild aber so gar nicht überein.

Mein Gottesbild kommt eher in dem zweiten Satz zum Ausdruck: „das Eingerissene wieder aufbaue und das Verwüstete neu anpflanze.“ Eingerissenes aufbauen und Verwüstetes wieder mit neuem Leben erfüllen. Ja, an diesen Gott kann ich glauben. An den gekränkten Gott, der deswegen zum Todesengel wird, kann und will ich nicht glauben.

Dabei bin ich mir durchaus im Klaren, dass ich keine Chance habe, Gott ganz zu sehen und ganz zu begreifen. Dafür ist er einfach ganz anders und viel zu groß. Aber dafür halte ich mich an die Worte seines Sohnes, der ja gekommen ist, um uns seinen Vater nahe zu bringen. Und er hat ihn uns als den Vater, den Hirten, die Tür und die Liebe beschrieben. Von einem gekränkten Rachegott zum Glück keine Spur.

Guter Vater!

Gut, dass dein Sohn uns von dir erzählt hat. Amen.

 

Das Labyrinth des Gottesglaubens (Julian Inselberger, 10b)

Unsere wöchentliche Religionsstunde ging mit dem Gong der Pausenglocke zu Ende. Während die Schüler*innen den Klassenraum verließen und auf den Schulhof gingen, trödelte Felix beim Aufräumen, weil er in Gedanken noch im Religionsunterricht war. Das Thema faszinierte ihn außerordentlich. Sie hatten Felix“ größte Frage diskutiert: „Existiert Gott? Wenn ja, dann wie?”

Als Felix auf den Schulhof trat, lief er am Fußballplatz vorbei und auch an den Tischtennisplatten und an den Basketballkörben. Niemand nahm Notiz von ihm. Keiner fragte ihn, ob er mitspielen wolle. Aber es war Felix egal, denn er ging zum Labyrinth, das sich ganz hinten auf dem Schulhof befand. Schon von weitem erkannte man die dichten drei Meter hohen Hecken. Auf dem Boden lag Stroh, das aber von einigen Schüler*innen schon ganz zertrampelt war. Das Labyrinth gab es nun schon seit etwa zwei Wochen und Felix hatte gejubelt, als der Bau dazu anfing. Im Labyrinth waren Stationen zu verschiedenen Unterrichtsfächern angebracht. Seine Lieblingsfächer waren Religion und Geschichte, denn sein Traumberuf war Theologe oder Kirchenhistoriker.

Heute wollte er sich die Texte zu Gott durchlesen (die auf einer Tafel standen im Labyrinth standen), aber durch seine Berührung an der Tafel, so schien es ihm, war der Himmel plötzlich verdunkelt. Es wurde kalt, doch nach ein paar Minuten erkannte Felix, dass etwa zehn Meter nordöstlich von ihm ein erhellter Kreis aus Fackeln entstanden war. Er lief darauf zu und trat hinein in den Kreis. In der Mitte des Kreises flog eine Elfe auf und als die Elfe ihn erkannte, landete sie auf einem nahegelegen Felsen. Sie war so groß wie Felix“ Zeigefinger. Außerdem war sie grün, hatte aber blaue Augen. Ohne Vorwarnung flog sie ihm auf sein Ohr und flüsterte ihm zart zu: „Die Existenz Gottes ist genauso, wie du sie dir vorstellst.” Mit diesen Worten flog sie davon und Felix stand wieder vor der Tafel. Die Elfe hatte ihm gerade seine größte Frage beantwortet, das wusste Felix einfach.

Felix fühlte sich gestärkt, als er über den Schulhof zurück in seine Klasse ging und irgendwie glücklich. Er hatte nun vor, auch seine Freunde und andere Menschen zu befragen, wie sie darüber denken, ob es Gott gibt. Wenn die Antwort ja lauten würde, so würde Felix gerne mit ihnen ins Gespräch kommen, in welcher Existenzform sie sich ihn vorstellen und wie sich das auf ihr Leben auswirkt. Dieser Gedanke erfüllte ihn und machte ihn froh.

Ich persönlich glaube an Gott, allerdings nicht in körperlicher, sondern in geistiger Form.

www. igel.klrplus.de/kurzgeschichte-das-labyrinth-des-gottesglaubens/

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Veröffentlicht am23. September 2026

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Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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