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Tageslosung 23.2.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Der HERR sagt: »Singt und jubelt! Freut euch mit Israel, dem ersten aller Völker! Preist und dankt, sagt es überall weiter: ›Der HERR hat geholfen.
Jeremia 31,7

Ich erinnere mich an einen Besuch in der Synagoge in Düsseldorf. Zusammen mit dem Frauenkreis und den Puzzle Frauen waren wir dort. Beschämend waren vor allem die enormen Sicherheitsmaßnahmen, die wohl nötig sind, um dort die Gemeinde zu schützen.

Das zweite, das mir auffiel war die ganz eigene Kultur, die deutlich wurde als uns die Schriftrollen, die Gebetsschals und die Organisation der Gemeinde vorgestellt wurde. Eine reiche und wunderbare und doch so andere Kultur als bei uns.

Am prägendsten aber ist mir der damalige Rabbiner in Erinnerung. Mit jeder Faser seines Daseins verkündete er: „Wir sind die wahren Kinder Gottes. Ihr seid erst später dazu gekommen.“ Es herrschte von ihm aus ein großes Gefälle zwischen ihm und mir. Ich habe es innerlich mit einer Mischung aus Empörung und Schmunzeln zur Kenntnis genommen.

Was ich aber damals auch dachte, war der Gedanke: Wie schön, dass Juden und Christen beide von Gott durch das Leben begleitet werden. Auch wenn unsere Kultur eine unterschiedliche ist, so sind wir vereint in dem Jubel über Gott und in der Dankbarkeit gegenüber Gott.

Unsere muslimischen Freunde und Partner haben wieder eine andere Kultur als Juden und Christen. Und doch können auch sie einstimmen in dem gemeinsamen Jubel: Wir sind getragen von unserem Gott. Wir sind Gottes Kinder, ein jeder seines Gottes Kind und auch darin besonders miteinander verbunden.

Guter Vater!

Danke, dass wir an dich glauben können. Amen.

 

Ein einziger für alle. (Hisham Maizar, 71 Jahre, Arzt, Präsident Dachverband der

islamischen Gemeinden der Ostschweiz (DIGO), Muslim)

 

Ich bin als zweitjüngstes Kind von zehn Geschwistern in Jerusalem aufgewachsen, nur 250 Meter von der Grabeskirche entfernt. Unser Quartier war sehr durchmischt, nicht einmal dem Namen nach konnte man unterscheiden, ob jemand Christ oder Muslim war. So konnte zum Beispiel Jad-Allah, oder Isa (Jesus) ein Muslim oder ein Christ sein. Die Frage nach dem Unterschied stand nicht im Vordergrund, vielmehr: Was verbindet uns? Und wenn etwas anders war, weckte es die Neugier.

Englisch war ein geachtetes Hauptfach, das ich umso mehr schätzte, als mein ältester Bruder in England studierte. Unsere Lehrer motivierten uns, indem sie uns sagten, wir seien ein geschichtsträchtiges Land, als Schüler sollten wir uns nicht scheuen, die Touristen auf Englisch anzusprechen und ihnen unsere Hilfe anzubieten. Als Kind schon führte ich Touristen durch die Grabeskirche, lernte christliche Symbole kennen und Berührungsängste abbauen. Von meinen Eltern, die praktizierende Muslime waren, aber nicht fanatisch, lernte ich zu fragen: Wie baue ich meine Beziehung zu Gott auf, wie sieht Gott uns Menschen, und wie habe ich den Menschen zu sehen? Ich suchte nach der natürlichen Öffnung zwischen Gott und der Schöpfung und zwischen den Menschen selbst – schließlich sind wir alle aufeinander angewiesen.

1948, im Jahr der Gründung des Staates Israel, flüchteten wir von Jerusalem nach Hebron, der Geburtsstadt meines Vaters. Ich hatte deshalb ein gespaltenes Bild von den Juden, aber viele, größtenteils positive Erfahrungen ließen es langsam wieder zusammenwachsen. Zum Beispiel war ein guter Freund meines Vaters während des Mandatregimes in Palästina ein Jude, der ihm mit guten Ratschlägen beistand und sein Geschäft für Schuhmacherutensilien zum Florieren brachte. 1967, nach dem Sechstagekrieg, als die Juden wieder in den östlichen Teil der Altstadt Jerusalems durften, kam ein betagter Mann mit Hut in den Laden meines Vaters. Als er vernahm, dass mein Vater gestorben war, traten ihm Tränen in die Augen.

Der frühe Tod meines Vaters, der an Magenkrebs starb, führte mich zum Medizinstudium, das ich in Heidelberg begann und 1969 in Innsbruck erfolgreich abschloss. Als meine älteste Schwester lange im Wachkoma im Spital lag, telefonierte ich mit ihrer Tochter und fragte nach, wie sie von den Juden medizinisch behandelt wurde. Ich stellte fest, dass sie in keinem Spital in Europa eine bessere Behandlung bekommen hätte. Die Tochter durfte sogar bei ihr übernachten. Für mich war dies die Bestätigung dafür, dass wir Menschen, trotz – oder vielleicht wegen der Verschiedenheit der Religionen – Sphären erreichen können, in denen wir uns menschlich als Geschöpfe Gottes begegnen können und dürfen. Mein größter Wunsch im Leben ist, dass die Menschen verschiedenster Religionen zur Erkenntnis gelangen, dass der Schöpfer dieses Universums ein einziger ist für uns alle. Sein Wille ist es, dass wir auf unterschiedlichen Pfaden sowohl zu IHM wie auch zueinander als Menschen finden.

www.s4f7da3ffb45ed31c.jimcontent.com/download/version/1606846456/module/11921440627/name/38%20Geschichten_final.pdf

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Veröffentlicht am22. Februar 2026

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Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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