Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!
Matthäus 16,16
In diesem Abschnitt erzählt der Evangelist Matthäus davon, für wen Jesus von den Menschen gehalten wird. Seine Jünger erzählen ihm, einige würden ihn für den wiedergeborenen Propheten Elia halten. Andere meinen, er sei Johannes der Täufer, wieder andere sehen in ihm den Propheten Jeremia. Allesamt sind dies Personen, die in der Glaubensgeschichte Israels eine große Rolle gespielt haben. Und schließlich fragt Jesus seine Jünger, was sie den glauben, wer er sei und er bekommt die Antwort von Petrus: Du bist Christus, Gottes Sohn.
„Christus“ ist dabei weit mehr als ein Name. Es bedeutet „der Gesalbte“ und darin kommt zum Ausdruck, dass sie in Jesus von Nazareth den schon lange versprochenen Messias sehen. In ihm und durch ihn rettet Gott die Welt. Das genau unterscheidet Juden und Christen. Die Juden warten immer noch auf den versprochenen Messias, die Christen sehen das Versprechen Gottes in Jesus erfüllt.
Schon immer sahen Menschen Jesus völlig unterschiedlich. Die einen sahen in ihm einen Revoluzzer, der gegen das System kämpfte. Wieder andere sahen in ihm einen, der zum ersten Mal die Frauen wie die Männer behandelte. Wieder andere sahen in ihm den soften Friedensstifter. Andere hielten ihn für einen religiösen Spinner oder für einen völligen Idioten, der sich einfach hinrichten ließ.
Und wer ist Jesus für uns? Mein Bild von Jesus ist, dass er den Menschen, denen er begegnete, ganz begegnete. Er ließ sich völlig auf sie ein, war ganz für sie da. Er ließ sie entscheiden und wusste es nicht besser für sie. Er besaß die Vollmacht seines Vaters, eine unendliche Kraft, ein großes liebendes Herz und konnte so von seinem Vater sprechen, das man ich bis heute versteht.
Guter Vater!
Danke, dass du für die Menschen da bist. Amen.
Ein Rebell der Liebe (Ernst Bloch)
Jesus war ein Rebell. Er war nicht so gemildert und so unbegrenzt duldsam, wie die sanften Heinriche meinen, sondern ein zorniger Mensch, der den Wechslern die Tische umwarf. Er tat das alles freilich aus Liebe. Er war ein Rebell der Liebe... Jesu Liebe zu den "Letzen, die die ersten sein werden" (Mk 10,31) stellt die "Herrenmacht" der Welt mit ihren "gestaffelten Hierarchien" in Frage. Das Reich, das Christus verkündet, ist kein Jenseits, auf das man die Menschen vertröstet, sondern ein diesseitiges Reich der Liebe. Dieses Reich ist auch keine innerliche Größe, sondern eine Weltrevolution. Dabei hatte Jesus eine Revolution der ganzen Welt im Auge, nicht eine kleinkarierte jüdische Nationalrevolution. Es geht um den Zusammenbruch der Welt insgesamt, um die Zerstörung der bestehenden Herrenmacht. Kein "inwendiges", ein "auswendiges" Reich wollte Jesus errichten. Er war kein blässlicher "Himmelskönig", sondern ein Kämpfer, der sein "Reich" mit "Feuer" (Lk 12,49) und "Schwert" (Mt 10,34), also mit Gewalt aufrichten wollte.
www.bibelhaus-frankfurt.de/files/downloads/BIMU-Unterrichtsidee-Q1-Jesus-der-Rebell.pdf