Denn sie gaben’s dem HERRN freiwillig von ganzem Herzen.
1. Chronik 29,9
König David war der mächtigste König Israels. Er wollte nun in Angriff nehmen, den Tempel für Gott in Jerusalem zu bauen. Dann aber verliebte er sich in eine verheiratete Frau, schickte deren Mann an die vorderste Front im Krieg, damit dieser stirbt und er dann die Frau kriegt. Darüber ist Gott so sauer, dass er ihm verbietet, den Tempel zu bauen. Dies darf erst sein Sohn Salomo. Aber David darf den Bau vorbereiten. So entstehen lange Listen mit Zentnern von Gold und Silber, Baumaterialien und Holz. Und die Chronik erzählt davon, dass die Menschen auch reichlich gaben, damit der Tempel herrlich wird. Es muss ein gewaltiges Gebäude gewesen sein.
„Sie gaben freiwillig von ganzem Herzen.“ Wenn die Gemeinde etwas Besonderes vorhat, dann spenden die Menschen gerne. Das galt für die Synagoge im Neusser Norden, die große Moschee in Köln und auch St. Nektarios in Weckhoven als es umgebaut wurde. Deutschland nimmt sozusagen mit dem Thema Geld und Kirche eine Sonderstellung ein. Nirgends sonst gibt es die Kirchensteuer so wie bei uns. In den USA und in Namibia habe ich erlebt, dass die Kirche sich völlig durch Spenden finanzieren muss. Da waren dann manchmal auch die Möglichkeiten sehr eingeschränkt.
Spenden gibt es in unserem Land wirklich viele. Die Bereitschaft zu spenden ist wirklich hoch. Dies spüren wir besonders bei Katastrophen und großen Nöten. Dann kommen schnell etliche Millionen zusammen. Und mit dem Geben ist es wirklich eine gute Sache: Nicht nur der wird erfreut, der etwas bekommt, sondern es macht auch dem Spender und der Spenderin Freude. Auch vieles in unserer Jugendarbeit ist über Spenden finanziert und wird so zum Segen für Kinder und Jugendliche.
Guter Vater!
Danke für die vielen offenen Herzen. Amen.
Die großzügige Spende
Herr Müller war ein großzügiger Mensch. Das behauptete er zumindest immer von sich selbst.
Eines Tages kam seine Frau zu ihm und sagte:
„Du, unser Verein sammelt Spenden für einen guten Zweck.“
Herr Müller nickte ernst.
„Natürlich spende ich etwas.“
„Das ist schön“, sagte seine Frau. „Wie viel?“
Herr Müller überlegte lange.
„Fünf Euro.“
Seine Frau schaute ihn an.
„Fünf Euro? Du hast gestern beim Einkaufen 80 Euro für eine neue Angel ausgegeben!“
„Das ist etwas anderes“, sagte Herr Müller empört. „Die Angel ist schließlich eine Investition.“
„In was?“
„In meine Zukunft.“
Am nächsten Tag traf Herr Müller den Vereinsvorsitzenden.
„Ich möchte gerne etwas spenden“, sagte er stolz.
„Das freut mich sehr!“
Herr Müller zog seinen Geldbeutel heraus. Er öffnete ihn, schaute hinein und wurde plötzlich nachdenklich.
„Also … ich hätte hier fünf Euro.“
„Großartig!“
Herr Müller hielt den Schein noch fest.
„Aber ich hätte da eine Frage.“
„Ja?“
„Was genau machen Sie eigentlich mit dem Geld?“
Der Vorsitzende erklärte ihm ausführlich, wofür die Spenden verwendet wurden: für Kinder, für ältere Menschen, für die Vereinsarbeit und für verschiedene Projekte.
Herr Müller nickte beeindruckt.
„Das ist wirklich eine gute Sache.“
„Vielen Dank!“
Herr Müller steckte den Fünf-Euro-Schein wieder ein.
„Dann spende ich lieber zehn Euro.“
Der Vorsitzende strahlte.
„Wunderbar!“
Herr Müller grinste zufrieden.
„Man muss ja schließlich sehen, dass das Geld auch sinnvoll eingesetzt wird.“
Und so spendete Herr Müller tatsächlich zehn Euro.
Seine Frau war begeistert.
„Ich bin stolz auf dich!“
Herr Müller nickte.
„Ja, ich habe lange darüber nachgedacht.“
„Und?“
„Ich glaube, ich werde sogar noch großzügiger.“
„Wirklich?“
„Ja.“
„Wie viel willst du denn spenden?“
Herr Müller lächelte geheimnisvoll.
„Den Fünf-Euro-Schein, den ich gestern gefunden habe.“
Seit diesem Tag galt Herr Müller im ganzen Verein als großer Wohltäter.
Und er selbst sagte bei jeder Gelegenheit:
„Man muss nicht reich sein, um zu helfen.“
Eine kleine Pause.
„Aber ein bisschen sollte schon übrig bleiben.“