Als Jesus dann an die Stelle kam, wo der Weg den Ölberg hinunterführt nach Jerusalem, brach die ganze Menge der Jünger, die Männer und Frauen, in lauten Jubel aus. Sie priesen Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.
Lukas 19,37
Jesus kommt nach Jerusalem. Er befiehlt seinen Jüngern einen jungen Esel zu holen. Als er auf dem Esel reitend in die Stadt einzieht, da erinnern sich wirklich alle Menschen an die alte berühmte Prophezeiung des Propheten Sacharja. Dieser hate gesagt: „Freut euch, ihr Menschen auf dem Berg Zion, jubelt laut, ihr Einwohner von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin.“
Und auf einmal bricht es aus ihnen heraus. Dies muss der neue König sein, dies muss der Messias sein. Dieser Mensch ist unsere Rettung, als Volk, ganz persönlich. Sie reißen Palmwedel von den Bäumen, breiten Tücher auf der Straße aus, ihr roter Teppich sozusagen. Das von den Römern besetzte Land bekommt Hoffnung. Niemand ahnt, dass Jesus kurze Zeit später hingerichtet wird.
Warten auch wir auf einen Messias? In der Politik scheint es so zu sein. Nigel Farage, Donald Trump, Marie le Pen, Alice Weidel – sie alle werden fast als Heilsbringer gehandelt und bringen doch nichts als Ungerechtigkeit, Hass und Unfrieden mit.
Unser Messias ist bereits da. Aber nicht als strahlender Held. Nicht als einer, der alles verspricht und nichts hält. Sondern als einer, der den Dreck und die Schuld auf sich genommen hat, daran gestorben ist und dadurch das Leben gebracht hat. Der möchte auch nicht, dass man ihn bejubelt wie einen Popstar. Er möchte unser Leben mit uns teilen.
Guter Vater!
Du bist meine Rettung. Amen.
Der Fremde auf dem Marktplatz
An einem kalten Herbstmorgen erschien ein Fremder auf dem Marktplatz. Er trug einfache Kleidung, lächelte freundlich und hörte den Menschen aufmerksam zu. Einige erzählten ihm von ihrer Armut, andere von Streit und Einsamkeit.
Der Fremde versprach weder Reichtum noch Wunder. Stattdessen sagte er: „Jeder von euch kann Hoffnung schenken. Fangt heute damit an.“
Die Menschen waren enttäuscht. Sie hatten einen mächtigen Retter erwartet – jemanden, der alle Probleme mit einem einzigen Wort löste. Viele gingen kopfschüttelnd nach Hause.
Nur ein kleines Mädchen blieb. Es schenkte dem Fremden ein Stück Brot. Daraufhin teilte der Bäcker nebenan sein übriges Brot mit Bedürftigen. Andere folgten seinem Beispiel. Bald halfen Nachbarn einander, Streit wurde beigelegt, und der Marktplatz füllte sich mit neuem Vertrauen.
Am Abend war der Fremde verschwunden. Niemand wusste, wer er gewesen war. Manche glaubten, der Messias sei gekommen und wieder gegangen. Andere meinten, der wahre Messias zeige den Menschen nur den Weg – gehen müssten sie ihn selbst.