Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
Psalm 150,2
Als ich noch jung war, damals 😉, hatten wir 120 Minuten Kassetten im Kassettenradio und nahmen die Lieder vom Radio auf. Und wir haben uns geärgert, wenn der Moderator in das Lied hineinquatschte. Wenn wir später in die Disco gingen, legte der DJ aus einer großen Anzahl von Schallplatten die Lieder auf. Diese transportierte er in Curver Kisten. Später wurden die Kisten kleiner, die CDs eroberten den Markt. Schließlich hatte der DJ dann 70.000 Musiktitel auf einer Festplatte, während er sie heute einfach mit dem Handy von einer abonnierten Plattform herunterlädt. Die Liederauswahl ist ins Unermessliche gestiegen. Aber sind wir selbst dafür noch sprachfähig?
Ich merke, dass sich auch unsere Kommunikation drastisch verändert. Whatsapp, Telegramm, Signal, TikTok, Instagramm – sie alle haben unser „Reden“ verändert. Heute signalisieren wir unsere Zustimmung durch ein Smiley oder einen hochgestreckten Daumen, anstatt uns ausführlich zu äußern.
Und wie machen wir das mit Gott? Reichen da auch Kurznachrichten oder nehmen wir uns dafür mehr Zeit? Wann z.B. haben wir das letzte Mal wie der Psalmbeter Gott gedankt und gelobt?
Na klar gab es immer schon und gibt es noch kurze und spontane Rufe zu Gott, sogenannte Stoßgebete. Und doch braucht es auch das „ausführlichere“ Gespräch mit Gott.
Ich merke z.B., dass ich eine ganze Zeit brauche, um mich überhaupt auf das Gebet einzulassen. So viele Gedanken und anderes fliegt durch mein Hirn und durch mein Herz, dass ich eine ganze Zeit brauche, um zur Ruhe zu kommen und zu spüren, wie es mir selber geht.
Guter Vater!
Lass mich Zeit für dich und mich nehmen. Amen.
Die Bank am See
Eine Frau ging jeden Morgen denselben Weg zur Arbeit. Immer hatte sie es eilig. In der einen Hand das Handy, im Kopf die To-do-Liste für den Tag.
An einem kleinen See stand eine alte Holzbank. Oft hatte sie gedacht:
„Dort müsste man sich einmal hinsetzen.“
Aber nie hatte sie Zeit.
Eines Tages fiel ihr Handy aus. Kein Internet, keine Nachrichten, keine Musik. Genervt setzte sie sich auf die Bank am See, weil sie sowieso nichts tun konnte.
Zuerst wurde sie unruhig.
Sie hörte den Wind. Das Wasser. Vögel. Ihren eigenen Atem.
Nach einer Weile merkte sie, wie still es in ihr wurde.
Neben der Bank lag ein kleiner Stein, auf den jemand geschrieben hatte:
„Sei still und erkenne: Ich bin Gott.“
Die Frau las den Satz mehrmals.
Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte sie das Gefühl, dass Gott nicht weit weg war — sondern schon die ganze Zeit auf sie gewartet hatte.
Von da an setzte sie sich jeden Morgen fünf Minuten auf diese Bank.
Nicht, um etwas zu leisten.
Nicht, um an Probleme zu denken.
Sondern einfach, um bei Gott und bei sich selbst anzukommen.