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Tageslosung 21.10.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Ich, der HERR, werde euch immer und überall führen, auch im dürren Land werde ich euch satt machen.
Jesaja 58,11

Es gibt eine ganze Anzahl von Bibelstellen, die ich gerne bei Beerdigungen benenne. Diese Stelle aus Jesaja gehört dazu. Ich finde bei diesem Vers ermutigend, dass er auch die schweren Wege des Lebens eines Menschen nicht einfach verneint. Das dürre Land ist wie ein Symbol für diese schweren Zeiten im Leben.

Und dabei können diese Zeiten ganz unterschiedlich sein und werden doch von den Menschen für sich als schwere Zeit empfunden. Trauer ist so eine schwere Zeit. Wenn man Abschied von einem geliebten Menschen nehmen muss, dann ist dies auch verbunden mit einem Abschied vom bisherigen Leben.

Aber auch das Alter wird von vielen Menschen als schwere Zeit erlebt. Wenn dann Einsamkeit und oder Gebrechen dazukommen, dann ist das nicht einfach auszuhalten. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Da gibt es schon einmal Tage, die einfach unschön sind.

Noch viele andere Anlässe machen Menschen das Leben schwer: Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung, Mobbing, Sinnlosigkeit, Schule. In allen Fällen scheint es so zu sein, dass die Wege fast zu schwer sind, um sie zu gehen.

Da finde ich die Worte des Propheten Jesaja als sehr tröstend und mutmachend. Gott sagt: Auch wenn es dir schwer

fällt. Ich bin bei dir. Die schweren Wege gehe ich mit dir. Ich helfe dir mit meiner Kraft, meinem Mut und meinem Segen. Du musst im Moment nicht klug sein. Lass dich fallen. Ich führe dich durch diese Zeit bis du selber wieder deine Wege erkennst. Ich bin einfach für dich da. Lass los, vertraue mir. Dann werden wir gemeinsam die schweren Wege bewältigen.

Guter Vater!

Danke, dass du hilfst, wenn ich nicht mehr kann. Amen.

 

Das kleine Armband

Johann ist ganz vertieft. Versonnen betrachtet er die winzigen silbernen Anhänger. Er hat sie in der Schmuckkiste seiner Oma an einem kleinen Armband gefunden. »Johann, wo bist du?«, hört er die Stimme der Oma. Er schrickt auf.

»Oma, hier in deinem Schlafzimmer!« - »Ach, hier bist du! Du schaust dir wieder meinen Schmuck an?« - «Ja, Oma, er gefällt mir so gut. Und du hast es mir erlaubt!« - »Klar, ich weiß doch, dass du sorgfältig mit den Dingen umgehst«, sagt die Oma, die etwas schnaufend die Treppe hochgeeilt ist.

»Warum hängen diese drei Sachen an dem Armband? Ein Herz, klar, für Liebe. Und ein Kreuz für Jesus. Aber warum ein Anker? Und warum ist das Armband so klein? Das passt mir vielleicht, aber doch nicht dir!«

Die Oma lacht. Sie betrachtet ihr Handgelenk und dann das Armband. »Stimmt, Johann. Das Armband habe ich als Kind von meinem Opa geschenkt bekommen. Heute passt es mir nicht mehr. Aber er wollte unbedingt, dass ich es von ihm bekomme. Ich weiß es noch ganz genau, was er damals gesagt hat: >Liebe Carola<, hat er gesagt. >lch schenke dir etwas Wichtiges. Es soll dir Mut machen. Dir Verständnis schenken. Dich nach vorn sehen lasen. Hier, das Herz<, hat er gesagt. >Vergiss nie, wie lieb ich dich habe. Immer. Auch wenn ich nicht mehr da bin. Das soll dir immer dieses Herz erzählen. Und da, das Kreuz. Ein Lebenszeichen für alle, die an Gott und an Jesus glauben. Jesus ist auferstanden, sagt das Kreuz. Er hat Gutes erlebt und Schweres. Er ist Gottes Kind wie du. Er ist immer bei dir. Du kannst ihm vertrauen.

Und schau mal, der Anker: Ich habe den Anker in dein Herz gewor­fen. Du bist meine Hoffnung auf die Zukunft. Der Anker soll dir sa­gen: Du gehörst zu mir. Und weil du verankert bist, kannst du wei­tergehen. Voller Hoffnung, Vertrauen und Liebe. Das Armband ist rund. Wenn es geschlossen ist, hat es keinen An­fang und kein Ende. Wie Gottes Liebe, die dich umgibt. Wie Gottes Treue, die nicht aufhört. Wie Gottes Nähe, die dich hält wie ein An­ker und nach vorn schauen lässt.<«

Johann sieht die Oma lange an. Und sie ihn. Ein ganz stiller Moment ist das.

»Da geht ein Engel durch den Raum«, flüstert die Oma. »Ein Engel?« flüstert Johann. »Ja, das hat mein Opa früher gesagt: In einem so stillen Moment wie gerade geht ein Engel durch den Raum. Man sieht ihn nicht, aber man spürt ihn.« Johann strahlt. »Super Oma, ich habe einen Engel gespürt!« »Ich auch«, antwortet die Oma. »Möchtest du das Armband haben?« »Du würdest es mir schenken? So etwas wertvolles von deinem Opa?«

»Ja, das würde ich sehr gern tun.« - »Danke Oma! Dann bist du ja immer bei mir. Und mein Uropa auch. Das Herz für deine Liebe. Das Kreuz für Gottes Liebe. Und der Anker, damit ich immer bei Gott zuhause bin. Und er in mir.«

www.kigo.de/media/download/variant/250680/2021_kigo4_version-homepage.pdf

Info

Veröffentlicht am20. Oktober 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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