Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
Psalm 42,3
Durst ist wohl eine der quälendsten Erfahrungen, die Menschen passieren können. Großer Durst ist schlicht schrecklich. Und Wasser ist weit lebensnotweniger als Nahrung, zum Beispiel. Nach 2-3 Tagen ohne Wasser wird es für den Menschen lebensgefährlich. Kreislauf und Nieren können zusammenbrechen. Ohne Nahrung dagegen kann der Mensch teilweise wochenlang überleben. Wenn es also im Psalm heißt „Meine Seele dürstet nach Gott“ so wird durch die Wortwahl die Dringlichkeit dieses Wunsches deutlich.
Wonach dürstet uns denn heute? Wonach sehnen wir uns mit allem, was wir haben? Wir sehnen uns nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Wir sehnen uns nach Aufmerksamkeit durch andere. Wir sehnen uns danach, zu lieben und geliebt zu werden. Wir sehnen uns nach Macht. Wir sehnen uns danach Erste(r) zu sein. Wir sehnen uns nach Sicherheit. Wir sehnen uns nach Freiheit. Aber sehnen wir uns wirklich nach Gott?
Alles das, wonach wir uns sehnen sind Grundbedürfnisse menschlichen Lebens. Gehört denn Gott zu den Grundbedürfnissen menschlichen Lebens? Ja, ich glaube, dass eine tragende Spiritualität, ein fester Glaube auch zu den Grundbedürfnissen menschlichen Lebens gehört. Es ist dabei völlig unwichtig, zu welcher Konfession und vielleicht auch zu welcher Religion man gehört. Wichtig ist nur, sich geborgen und getragen zu fühlen. Wichtig ist es, einen Ansprechpartner zu haben, zu dem ich ein tiefes Vertrauen habe.
Vielleicht treffen sich hier die Wege des Psalmbeters mit unserer Zeit und unseren Wegen heute. Beide sind auf der Suche nach ihrem guten Weg durch das Leben. Gott bietet sich auch heute noch an.
Guter Vater!
Zeige mir deine Wege für mich. Amen.
Ersehnt (Dieter Schupp)
Öfter mal „nicht" sagen können.
Unterlegenheitsgefühle loswerden.
Zugeben dürfen, bestimmte Dinge nicht zu schaffen.
Keine Furcht mehr haben vor dem, was andere denken mögen.
Meine dünne Haut nicht verteidigen müssen.
Rosinen im Kopf haben.
Mit mir allein leben können.
Nicht so oft dankbar sein müssen.
Müde sein dürfen.
Den Glauben an die Unmöglichkeit verlieren.
Nicht nur von Erinnerungen leben müssen.
Fehler machen dürfen.
Sensibel sein dürfen.
Sich keinen Wunsch ausreden lassen.
Eine Heimat haben.
Nicht auf alles eine Antwort haben.
Selig sein.