Gedanken zu Gründonnerstag
Hört:
Es war in der Nacht, in der Jesus verraten wurde,
in der Nacht, in der Judas ihn mit einem Kuss verriet,
bevor sie ihn gefangen nahmen,
bevor sie ihn vor Gericht schleppten, es war in der Nacht, in der Pilatus seine Hände in Unschuld wusch. Es war in der Nacht, bevor sie Jesus, unseren Herrn, kreuzigten. Er hatte einige seiner Freunde nach Jerusalem vorausgeschickt. Sie sollten das Mahl vorbereiten, das Passahmahl.
Dann war alles bereit.
Sie saßen zusammen, sie feierten das Mahl.
Da nahm Jesus das Brot, sprach darüber das Dankgebet, das Gebet über dem Brot, das uralte Segensgebet seines Volkes:
»Gepriesen bist du, Herr, unser Gott,
König des Himmels und der Erde,
der du die Erde das Brot hervor bringen lässt.«
So kannten sie es von Kindheit an. Dann brach er das Brot.
Aber dann - hört:
Jesus brachte dies Brot und seinen bevorstehenden Tod zusammen. »Nehmt! Esst! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das bin ich,
ich für euch,
mein Leib - für euch,
mein Leben - für euch.
Ihr sollt leben. Durch mich.
Nehmt! Esst! Und denkt an mich.
Erinnert euch an mich, wenn ihr das Mahl feiert.«
Sie, seine Freunde, nahmen und teilten.
Sie, seine Freunde, hielten die Mazzen in der Hand.
Das ungesäuerte Brot. Das Brot für unterwegs,
das Brot des schnellen Aufbruchs, damals in Ägypten.
Das bin ich - ich bin mit euch unterwegs.
Ich stärke euch auf den Wegen, die ihr geht.
Seht die Schwester, den Bruder neben euch auf dem Weg. Ihr gehört zusammen.
Ihr könnt euch gegenseitig stärken.
In eurer Gemeinschaft findet ihr mich mit meiner stärkenden Kraft.
Denkt an mich -
sie mögen sich erinnert haben:
damals in Kana, als er auf der Hochzeit war.
Als plötzlich wieder Wein da war, das belebende Getränk.
Damals in der Steppe, als die vielen Leute ihm zuhörten, vier- bis fünftausend mögen es gewesen sein, als sie alle Hunger hatten, und dann waren da nur 5 Brote und 2 Fische, und doch: alle wurden satt.
Und es blieb noch körbeweise übrig.
Und ihnen mag aufgegangen sein:
Brot - Kraft zum Leben.
Er, der Herr, gibt uns Kraft zum Leben.
Auch wenn wir nicht genug zu haben scheinen. Er hat immer noch Möglichkeiten.
Er befreit uns von unserer Sorge um unser Leben. Er belebt uns zur Freude am Leben.
Nehmt und esst! Dies ist das Brot des Lebens.