Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
Hebräer 10,35
Der Hebräerbrief richtet sich an die erste Generation von Christinnen und Christen. Er wirbt dafür, den eigenen neuen Glauben trotz erlittener Schwierigkeiten nicht wegzuwerfen. Zwar hätten Christinnen und Christen Verfolgung, Spott und auch das Gefängnis kennengelernt. Aber dies sei nichts im Vergleich dazu, was sie gewinnen könnten, nämlich eine wirkliche Vergebung der Sünden. Dabei kann ich die Menschen von damals wirklich verstehen. Christ oder Christin zu sein war damals alles andere als einfach.
Vielleicht aber war es nicht nur die Verfolgung und der Spott, den sie erlebt hatten. Vielleicht waren die Menschen einfach auch enttäuscht. Auch wir kennen es, dass unsere Hoffnungen sich nicht erfüllt haben. Wie oft haben wir schon für kranke Menschen bei Gott gebeten. Und doch haben alle flehentlichen Gebete nicht geholfen und wir haben Abschied nehmen müssen. Es gibt unzählige andere Beispiele in unseren Leben, wo wir von Gott enttäuscht waren. Und manch ein Glaube ist auch zerbrochen.
Der Hebräerbrief wirbt dafür, trotz aller Enttäuschungen weiterhin Vertrauen zu haben. Ich kann ihn dabei nur unterstützen. Denn sonst würden uns die Kraft Gottes und seine Liebe einfach fehlen. Und zu jedem Glauben gehören einfach Durststrecken dazu. Durststrecken, in denen man sich mit dem Glauben schwertut. Mir hilft dann dabei eine Gemeinschaft, die trägt. Wenn ich gerade schwach bin, denn stütze ich mich auf andere, die gerade stark sind. Sie glauben dann einfach für mich mit. Daher finde ich auch, dass es viel einfacher ist in einer Gemeinde zu leben als als Christ im stillen Kämmerlein. Dort bin ich dann wirklich alleine.
Guter Vater!
Ich glaube, hilf meinem Unglauben.
Amen.
Anderen vertrauen?
Ein Einbrecher ist in eine Villa eingedrungen. Als er den Tresor gefunden hat, packt er sein Werkzeug aus, um den Geldschrank aufzubrechen. Da liest er auf einem kleinen Zettel an der Tür: „Wenn Sie diesen Tresor knacken wollen, wenden Sie bitte keine Gewalt an und zerstören die Tür. Der Safe ist nicht verschlossen. Sie brauchen nur den Griff nach links zu drehen!"
In dem Augenblick, in dem der Einbrecher den Griff nach links dreht, fällt ihm ein Sandsack auf den Kopf, grelle Scheinwerfer blitzen auf und der ausgelöste Alarm bringt die Polizei auf den Plan. Als der Einbrecher im Gefängnis sitzt, jammert er vor sich hin: „Wie konnte ich bloß einem anderen Menschen trauen!" Wie traurig, wenn Menschen sich nicht trauen können, weil sie das Böse tun und auch erwarten. Wie gut, wenn man sich auf Menschen verlassen und mit ihrer Güte rechnen kann.