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Tageslosung 19.6.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Du stellst meine Füße auf einen weiten Raum.
Psalm 31,9

Dieser kurze Satz aus Psalm 31 enthält eine große Verheißung. Er stammt aus einem Gebet Davids. Der ganze Psalm ist geprägt von Bedrängnis, Angst und der Erfahrung von Feindschaft. Gerade deshalb hat sein Bekenntnis ein besonderes Gewicht: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“

Die Bibel verwendet das Bild der Enge oft für Situationen, in denen Menschen sich bedrängt, gefangen oder hilflos fühlen. Manchmal sehen wir nur noch die Probleme und verlieren die Hoffnung auf Veränderung.

Doch Gott ist ein Gott der Weite. Er führt Menschen nicht in die Gefangenschaft, sondern in die Freiheit. Immer wieder erzählt die Bibel davon. Er führte sein Volk aus der Enge Ägyptens in das verheißene Land. Er befreite Menschen aus aussichtslosen Situationen. Und auch Jesus Christus kam, um Menschen von den Fesseln der Angst, der Schuld und des Todes zu erlösen.

Wenn David sagt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, dann beschreibt er nicht nur eine Veränderung seiner Umstände. Er spricht von einer neuen Perspektive. Der weite Raum ist der Ort, an dem Gottes Gegenwart größer ist als die Angst. Dort gewinnt das Vertrauen die Oberhand über die Sorge. Dort wird das Herz frei, weil es sich in Gottes Hand geborgen weiß.

So dürfen wir diesen Vers als persönliche Zusage hören: Gott sieht deine Enge. Er kennt deine Sorgen. Er hält dein Leben in seinen Händen. Und er führt dich Schritt für Schritt in die Weite seiner Gnade, seiner Liebe und seiner Hoffnung. Ist das nicht irre: Da, wo vorher Enge herrschte, ist nun durch Gottes Dazutun ein weiter Ruam entstanden. Und dieser weite Raum ist mein eigener Lebensraum. So habe ich Platz und Freiheit, mein Leben auszuprobieren und zu leben.

 

Guter Vater!

Danke für den Raum, den du mir schenkst. Amen.

  

Der Vogel im Käfig

Ein Mann besaß einen kleinen Singvogel. Er liebte ihn sehr und sorgte gut für ihn. Der Vogel hatte stets frisches Wasser, genügend Futter und einen sicheren Käfig. Doch eines Tages bemerkte der Mann, dass der Vogel kaum noch sang. Er hüpfte von Stange zu Stange, blickte aber immer wieder durch die Gitterstäbe hinaus in den Himmel.

Da öffnete der Mann vorsichtig die Käfigtür. Zunächst geschah nichts. Der Vogel blieb sitzen. Die offene Tür machte ihm Angst. Sein Käfig war eng, aber vertraut.

Erst nach langer Zeit wagte er einen kleinen Sprung zur Türöffnung. Dann noch einen. Schließlich breitete er seine Flügel aus und flog hinaus.

Er drehte eine Runde über den Garten, stieg höher und höher und verschwand für einen Moment am Himmel. Der Mann fragte sich, ob er jemals zurückkehren würde.

Doch am Abend kam der Vogel zurück. Er setzte sich auf das Dach des Käfigs und begann zu singen – schöner als je zuvor.

Der Käfig hatte ihm Sicherheit gegeben. Die Weite aber schenkte ihm Freiheit.

 

Info

Veröffentlicht am18. Juni 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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