Gott erschuf sie als Mann und als Frau. Er segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.
1. Mose 5,2
Wie gut, dass dies am Anfang der Bibel steht. Somit steht von vornherein fest, dass der Mensch, egal ob Mann oder Frau Produkt von Gottes Schöpferwillen ist. Das bedeutet aber auch, dass wirklich jeder Mensch, jede Frau, jeder Mann, jeder Greis, jedes Baby Geschöpf Gottes ist. Und jeder hat den gleichen Wert, jeder und jedem gilt die gleiche Würde.
Nun, ich erwische mich schon dabei, mich manchmal für etwas Besseres zu halten. Menschen liegen miteinander im Wettstreit. Sportlich gesehen, völlig okay. Vielleicht mache ich manches sogar besser als andere. Dafür können die dann anderes besser.
Zusammenreißen muss ich mich dann besonders bei jenen, die ich überhaupt nicht mag oder ganz und gar nicht schätze. Ich erinnere mich an einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Dort stand bei einem Flohmarkt ein junger Mann vor mir mit einem T-Shirt, auf dem stand. „Es ist das letzte Recht eines jeden guten Deutschen, sein Land mit der Waffe zu verteidigen!“ Sein ganzes Auftreten ließ nur den Schluss zu, dass er stolz war, ein Neonazi zu sein. Ja, lieber Dirk, auch wenn du ihn blöd findest oder und seine politische Einstellung gefährlich und doof findest – auch er ist und bleibt ein Kind Gottes.
Übrigens, noch mal zur Erinnerung: Gott nannte Mann UND Frau Mensch, nicht Mensch 1 oder Mensch 2. Nicht oben, nicht unten. Gleichzeitig geschaffen. Immer noch gleich viel wert. Und keine Silbe davon, dass eine dem anderen unterstellt sei. Keine besondere Aufgabe zugewiesen. Komisch, es gibt weibliche Imaminnen, es gibt weibliche Rabbinerinnen (ja ich weiß , beide nur selten) – wo bleiben eigentlich die weiblichen Priesterinnen?
Guter Vater!
Lass mich nie vergessen, dass alle Menschen die gleiche Würde haben. Amen.
Mittwoch, 4. Februar, Geburtstag von Rosa Parks
(Tanja Hebenstreit und Christiane Toyka-Seid)
Heute vor 113 Jahren, am 4. Februar 1913, wurde eine sehr mutige Frau im Süden der USA, im Bundesstaat Alabama, geboren. Die Afroamerikanerin Rosa Parks veränderte das Leben der Schwarzen in den USA, denn sie war es, die die ganze Welt auf die Rassendiskriminierung aufmerksam gemacht hat.
Schwarze hatten weniger Rechte
Bis in die 1960er Jahre hinein hatten die schwarzen Einwohner in den USA weniger Rechte als die weißen. So mussten schwarze Menschen in Bussen für weiße Menschen Platz machen; schwarze Menschen durften nicht auf die gleichen Schulen gehen wie weiße, sie konnten nicht die gleichen Berufe ausüben, nicht alle durften wählen.
Busfahrt mit Folgen
Rosa Parks arbeitete als Näherin in einer Fabrik in Montgomery und engagierte sich in ihrer Freizeit für Bürgerrechte. Am 1. Dezember 1955 wurde Rosa Parks berühmt. An diesem Tag nahm sie - wie üblich - den öffentlichen Bus, um nach Hause zu fahren. Müde von der Arbeit setzte sie sich auf einen Platz. Da wurde sie vom Busfahrer harsch aufgefordert, diesen für einen Weißen zu räumen. Per Gesetz war dieser Platz nämlich für weiße Fahrgäste reserviert. Doch Rosa Parks weigerte sich, ihren Platz zu verlassen. Sie blieb sitzen und wurde sogleich verhaftet.
Der Boykott
Das sprach sich in Windeseile in Montgomery herum. Die schwarzen Bürgerinnen und Bürger waren so erbost über diese Ungerechtigkeit, dass sie zu einem Boykott der Busse aufriefen. Unterstützt wurden sie dabei von anderen Bürgerrechtlern, auch dem berühmten Martin Luther King. Und der Busboykott war ein Riesenerfolg: 382 Tage lang (mehr als ein ganzes Jahr!) gingen die Schwarzen aus Montgomery zu Fuß zur Arbeit und organisierten Fahrgemeinschaften. Sie hielten so lange durch, bis der Oberste Gerichtshof der USA am 20. Dezember 1956 das Gesetz zur Rassendiskriminierung aufhob. Seitdem dürfen Schwarze jeden Sitzplatz eines Busses nutzen.
"Mutter der Bürgerrechtsbewegung"
Rosa Parks aber, deren Mut und Zivilcourage dazu geführt hatten, dass die schwarzen Bürger sich wehrten, wurde keinesfalls als Heldin gefeiert. Sie wurde beschimpft, bedroht und verlor sogar ihren Arbeitsplatz. Doch sie ließ sich nicht beirren. Nachdem sie mit Ihrem Mann nach Detroit gezogen war, setzte sie sich auch weiterhin für die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen ein. Ihre Weigerung, den Sitzplatz im Bus für einen Weißen freizumachen, war der Anfang eines langen, meist friedlichen und erfolgreichen Kampfes gegen Rassendiskriminierung. Rosa Parks, die „Mutter der Bürgerrechtsbewegung“, starb mit 92 Jahren am 24. Oktober 2005 in Detroit.
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