Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft.
Psalm 86,16
Was ich an diesem Psalm besonders mag sind zwei Dinge:
Zum einen bittet der Beter um Kraft. Er braucht Kraft für die Aufgaben, die vor ihm stehen. Und damit macht er sich nicht so einfach als würde er bitten: „Mache das doch Gott für mich.“ Da fällt mir der Satz eines berühmten Kollegen ein, der sagte: „Wenn ich Gott sage: Schenke mir eine gute Predigt, dann sagt Gott zu mir: Dann mach dir gute Gedanken.“ Also der Beter geht davon aus, dass er das Seine dazutun muss, damit die Aufgaben gut bewältigt werden können. Das ist mir sehr sympathisch.
Zum anderen ist der Beter sich überhaupt nicht zu stolz, um Kraft zu bitten. Er weiß, dass seine Kraft begrenzt ist und bittet deswegen um Unterstützung. Wir dagegen gebärden uns oft so als können wir immer alles mit unserer Kraft schaffen. „Pack noch das drauf und das drauf. Es wird schon gehen!“ So ein Quatsch. Keiner ist Supermann oder Superfrau und verfügt über unerschöpfliche Reserven. Warum nur müssen wir immer so tun als wäre das bei uns anders?
Ja, lieber Gott: Viele Aufgaben liegen vor mir. Deswegen brauche ich viel Kraft. Und deswegen bitte ich dich um viel Kraft. Denn alleine werde ich nicht weit kommen. Und ich finde, damit können wir auch ganz offen umgehen. Wenn wir etwas Großes geschafft haben und dafür gelobt werden, dann können wir doch sagen: „Danke, Gott gab mir die Kraft, so dass ich mich richtig anstrengen konnte. Ich bin superfroh, dass alles so gut gelungen ist.“ Ich finde, das hört sich einfach richtig gut an und nimmt mir nicht die Freude über meinen berechtigten Stolz.
Guter Vater!
Gib mir die Kraft, die ich brauchen werde. Amen.
Martin Luther über das Gebet
Die Freude des Menschenherzens kommt nicht von Werken noch irgendwelchen anderen Dingen, sondern allein von einer rechten Hoffnung.
Gott will, dass wir fröhlich sind und hasst die Traurigkeit. Wenn er nämlich gewollt hätte, dass wir traurig seien, hätte er uns nicht die Sonne und den Mond und die anderen Schätze der Erde geschenkt. Dies alles gibt er uns zur Freude, sonst hätte er Finsternis geschaffen und nicht zugelassen, dass die Sonne immer wieder aufgeht oder dass der Sommer (immer) wieder kommt. Menschen klagen und fragen, zweifeln und vertrauen, jubeln und danken. Sie erzählen uns von Gottes rettenden Taten und verstummen bei Seinen unbegreiflichen Wegen.
Christen, die beten, sind wie Säulen, die das Dach der Welt tragen!
Ein gutes Gebet soll nicht lang sein, auch nicht lange hingezogen werden,
sondern es soll oft und herzlich sein.
Eines Christen Handwerk ist beten !
Heute habe ich viel zu tun, darum muss ich viel beten.
Wenn ich auch nur einen einzigen Tag das Gebet vernachlässige,
verliere ich viel vom Feuer des Glaubens.
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