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Tageslosung 17.10.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
So spricht der HERR: Schafft Recht und Gerechtigkeit und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand und bedrängt nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an und vergießt kein unschuldiges Blut an dieser Stätte.
Jeremia 22,3

Er hat sich sein Leben anders vorgestellt: Seine Schule gut abschließen und einen Beruf erlernen, mit dem er seine zukünftige Familie ernähren kann. Und dann im Kreise der Familie in Frieden alt werden. Das war sein Lebensentwurf. Doch es kam ganz anders: In das Leben des jungen Jeremia greift Gott ein!

Er beruft ihn zu seinem Propheten. Der Gott Israels bringt den ganzen Lebensentwurf des jungen Jeremia durcheinander. Einmal, weil er als Prophet Gottes plötzlich Einsicht in Dinge bekommt, die er bisher so nicht gesehen und für möglich gehalten hat. Zum andern: Er muss den herrschenden Mainstream und die dafür Verantwortlichen in Politik und Religion im Namen Gottes anklagen und dem König sagen, was i der Tageslosung steht.

Immer wieder muss Jeremia im Namen Gottes reden und das bestehende System in Israel zurechtweisen. Die Mächtigen in Religion und Politik haben das Recht vernachlässigt und handeln nicht gerecht. Was tun sie denn? Sie fragen nicht nach den bestehenden Gesetzen, sondern biegen sie sich zurecht, damit sie in ihr Schema passen.

Sie lassen zu, dass wenige „Frevler“ das Volk berauben und ausbeuten. Und sie profitieren auch noch vom frevelhaften Verhalten der „Räuber“. Heute nennen wir das Korruption.

Mit anderen Worten heißt das auch:  Gott ist es nicht verborgen, wenn die Verantwortlichen nur noch „ihr eigenes Ding drehen“. Und auch wir sollten heute den Mund aufmachen.

Guter Vater!

Danke, dass du an der Seite der Schwachen stehst. Amen.

 

Der kleine Junge und der ungerechte Händler

Vor langer Zeit lebte in einer Stadt ein armer Junge namens Samuel. Er hatte seinen Vater verloren und lebte mit seiner Mutter in einem kleinen Haus. Jeden Morgen ging er zum Markt, um für seine Mutter Brot zu kaufen.

Eines Tages sah Samuel, wie ein reicher Händler einer alten Witwe ihren kleinen Geldbeutel wegnahm. Die Frau weinte und flehte: „Bitte, das ist alles, was ich habe. Davon muss ich Brot für meine Enkel kaufen!“

Die Menschen auf dem Markt sahen zu. Doch niemand wagte es, etwas zu sagen. Der Händler war mächtig und viele hatten Angst vor ihm.

Samuel hatte selbst kaum etwas. Trotzdem trat er mutig nach vorne und sagte: „Das ist nicht gerecht! Du darfst einer armen Frau nicht das wegnehmen, was ihr gehört.“

Der Händler wurde wütend. „Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!“, rief er.

Doch Samuel blieb stehen. Ein älterer Mann, der alles beobachtet hatte, kam hinzu und unterstützte ihn. Gemeinsam forderten sie den Händler auf, den Geldbeutel zurückzugeben. Schließlich gab der Händler nach.

Die Witwe nahm ihr Geld zurück. Mit Tränen in den Augen dankte sie Samuel: „Du hast mir geholfen, obwohl du selbst arm bist.“

Samuel antwortete: „Meine Mutter hat mir beigebracht, dass wir nicht wegsehen dürfen, wenn jemand ungerecht behandelt wird. Gott möchte, dass wir einander helfen.“

Von diesem Tag an erinnerten sich die Menschen auf dem Markt an Samuels Mut. Einige begannen, ebenfalls für die Schwachen einzustehen.

 

Info

Veröffentlicht am16. Oktober 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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