Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.
Psalm 71,17
In den letzten Monaten hatte ich zusammen mit meiner Familie das Haus meiner Eltern ausgeräumt. Spannend, was ich da so alles entdeckt habe. Viele schöne alte Dinge, Dinge von meinen Großeltern, der Großtante, der Tante, und, und, und … Vor allem aber bin ich noch einmal in meine Familiengeschichte eingetaucht. Mütterlicherseits hatte mein Großvater die Gemeinde in Bonn nach dem Krieg wieder aufgebaut. Er gab eine eigene evangelische Sonntagszeitung heraus. Meine Mutter war später im Gemeindeamt beschäftigt, auch Presbyterin. Mein Vater war wie mein Großvater Katechet. Auch er war im Presbyterium. Und so las ich viele Dokumente über das kirchliche Wirken meiner Altvorderen. Also, auf mich trifft das 100 % zu, was der Psalmist sagt. Von Jugend auf eingebettet und völlig selbstverständlich in die Kirche hineingewachsen.
Und heute? Heute erleben wir in der Schule und im Konfiunterricht, dass immer noch viele Eltern Vorbilder für ihre Kinder sind. Sie gehen mit zum Gottesdienst und vermitteln ihren Kindern ihre eigene Art des Glaubens. Vielfach aber erleben die Kinder und Jugendlichen dies leider auch nicht. Manche Eltern sieht meine Frau erst bei der Konfirmation wieder. Da fehlt es an einem ganz wichtigen Stück des Vorlebens, da fehlt es an Vorbildern, an denen sich Kinder und Jugendliche orientieren können.
Für mich hat dies zweierlei zur Folge. Zum einen sind wir als Christinnen und Christen alle damit beauftragt, für unsere Jugend ein Vorbild zu sein. Es sind nicht nur die Eltern in der Pflicht, sondern wir alle. Und zum anderen sind wir als Gemeinde gefordert, uns für eine wirklich gute Jugendarbeit einzusetzen. Und ich bin sehr glücklich, dass wir in der Jugendarbeit in der Auferstehungskirche viele Vorbilder haben, die eine ganz wichtige Rolle für die Jugend spielen. An ihnen können sich die jungen Menschen orientieren.
Guter Vater!
Lass mich erkennbar als Christ sein. Amen.
Mein Vorbild (Benedikt, 9 Jahre)
Benedikt hat mehrere Vorbilder. Er mag seine Klassenlehrerin, weil sie ihm etwas beibringt, das er später im Leben noch braucht: „Zum Beispiel Mathe, Deutsch und Heimat- und Sachunterricht.“ Manchmal, wenn sie zu viele Matheaufgaben aufgibt, findet Benedikt seine Lehrerin dann nicht mehr ganz so gut. Auch seine beiden Religionslehrer und die Lehrerin für Werken, Gestalten und Textiles sind Vorbilder für ihn. Ihnen nacheifern möchte Benedikt aber nicht. „Ich will kein Lehrer sein, aber meine Klavierlehrerin ist mein Vorbild, weil ich später Komponist werden möchte.“ Seine beiden besten Freunde sind auch Vorbilder, zumindest wenn es um das Fußballspielen geht: „Ich will auch gut Fußballspielen können, deshalb lasse ich mir von ihnen etwas beibringen.“ Und welche Vorbilder haben andere Kinder in seinem Alter? „Manche suchen sich zum Beispiel berühmte Fußballspieler als Vorbilder, weil sie tolle Elfmeter machen und manche suchen sich Vorbilder aus dem eigenen Freundeskreis, die größer sind.“ In Benedikts Schule gibt es Patenschaften, bei denen ein älteres Kind einem jüngeren hilft und bestimmte Sachen erklärt. Benedikt ist auch ein Pate. Er findet es gut, dass er selbst ein Vorbild sein kann.
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