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Tageslosung 15.9.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Der HERR wird für euch streiten, ihr braucht gar nichts zu tun.
2. Mose 14,14

Abwarten, ruhig bleiben, gelassen sein, nichts tun – das sind Eigenschaften, die mir wirklich schwerfallen. Am liebsten mache ich Dinge selbst, nehme Aufgaben selber in die Hand. Schon delegieren kann ich nicht wirklich gut. „Ihr braucht nichts zu tun!“ – das wäre keine gute Aufforderung für mich.

Das fanden die Israeliten übrigens auch, die damals von Mose diesen Satz hörten. Sie waren aus Ägypten geflohen, standen nun vor einem großen Meer und sahen 600 Streitwagen mit Kämpfern auf sich zurasen. Sie schrien und klagten Mose an: „Wären wir doch in Ägypten geblieben, jetzt streben wir hier in der Wüste.“ Als Antwort bekommen sie die Tageslosung zu hören. Wir wissen, was dann passierte. Mose teilte mit Gottes Hilfe das Meer, die Israeliten flohen hindurch, dann schloss sich das Wasser.

Noch oft machte Israel in der Wüste die Erfahrung, dass Gott sie aus Notsituationen herausgeholt hatte. So ist diese Zeit bis heute im Judentum die Grundlage des Glaubens, die Grundlage der Beziehung zu Gott. An Passa erinnern sich die Menschen wieder an dieses Geschehen.

Solch eine Glaubensgewissheit trägt. Solch ein Grundvertrauen trägt. Glaube und Vertrauen wachsen mit der Erfahrung, dass Gott mich trägt. Kinder haben dieses Urvertrauen oft noch. Wir Erwachsenen müssen es nach Enttäuschungen erst wieder lernen. Wachsender Glaube und Vertrauen können auch zu einem Loslassen führen. Loslassen, in Gottes Hand legen – in dem Vertrauen darauf, dass Gott es gut mit mir meint und gute Wege für mich sieht. Wege, die ich vielleicht nicht sehe.

Das heißt nun nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Aber es heißt gelassener bleiben zu können.

Guter Vater!

Schenke mir mehr Vertrauen und Gelassenheit. Amen.

 

Geschichte des Fisches im Wasserteich

Wisse, o König, fuhr Schimas fort: Einst hielten sich viele Fische in einem Wasserteich auf, der nur von Regenwasser gefüllt war. Da kam einmal ein Sommer, in welchem es sehr wenig regnete. Der Teich wurde immer kleiner, und die Abnahme des Wassers setzte die Fische in große Besorgnis. Sie sagten einer zum anderen, »Was wird aus uns werden; was fangen wir an und bei wem holen wir Rat?« Da sprang der älteste hervor und sagte: »Es bleibt uns nichts übrig, als zu Gott unsere Zuflucht zu nehmen und zum Krebs, dem verständigsten unter allen Wasserbewohnern.« Die übrigen Fische stimmten ihm bei und sie begaben sich sämtlich zum Krebs, der ruhig an der Türe seines Nestes lag und nichts von der Not der Fische wußte. Der älteste trat zu ihm und sagte, nachdem er ihn gegrüßt hatte: »Macht dir unsere traurige Lage keine Sorge, o weiser, gelehrter Krebs?« Dieser fragte: »In welcher Lage befindet ihr euch denn?« Da erzählten sie ihm von dem Mangel an Wasser und von ihrem nahen Untergang, und baten ihn um Rat und Beistand. Der Krebs schwieg eine Weile und dachte: Wie wenig Vertrauen haben diese unverständigen Fische zu Gott? Doch ich will ihre Furcht verscheuchen, Gottes Wille wird dann geschehen. Er sägte ihnen daher: »Wisset, ihr Fische, das Jahr hat ja erst begonnen und noch bleibt uns Wasser genug; es wird gewiß noch regnen, darum vertraut auf Gott, betet viel zu ihm, denn er erhört das Gebet seiner Geschöpfe; laßt uns nur den Winter abwarten; regnet es dann wie gewöhnlich, gut, wenn nicht, so fliehen wir aus diesem Teiche wohin Gott will.« Sämtliche Fische stimmten der Meinung des Krebses bei, dankten ihm und gingen ihres Weges. Nach wenigen Tagen kam ein Regen vom Himmel und füllte den Teich noch mehr als gewöhnlich. – »So auch wir, o König; schon hatten wir alle Hoffnungen auf einen Thronerben aufgegeben – der Mensch soll aber nie an seinem Herrn verzweifeln – und nun ist unser Wunsch erfüllt: – Gott hat dich mit einem Sohn gesegnet, dessen Regierung nach Vollendung deines langen Lebens unseren Nachkommen Heil bringen wird.« Der zweite Vezier sagte dann: »Wie sehr verdient ein König, der gerecht und mild gegen seine Untertanen ist, der ihre Frauen und Güter beschützt und stets ein wachsames Auge auf ihr Wohl richtet, daß er in diesem und in jenem Leben den höchsten Rang einnehme. Da nun du, o König, alle Herrschertugenden im höchsten Maße besitzt und dein Land durch dich so gesegnet ist, so mußte es uns weh tun, dich ohne Nachkommen zu sehen; nun hat aber Gott unser Gebet erhört. Deine Hingebung und volles Vertrauen zu Gott wurde belohnt.

www. projekt-gutenberg.org/authors/gustav-weil/books/tausend-und-eine-nacht-vierter-band/chapter

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Veröffentlicht am14. September 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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