Auf der ganzen Erde liegt Finsternis, die Völker tappen im Dunkel; doch über dir strahlt dein Gott auf, der Glanz seiner Herrlichkeit geht über dir auf.
Jesaja 60,2
Heute wurden zwei Kinder im Gottesdienst in der Auferstehungskirche getauft. Ida und David wurden getauft, gesegnet und haben das Versprechen Gottes empfangen: Ich lasse dich nie im Stich! Ein Teil der Taufzeremonie ist es, dass eine Taufkerze angezündet wird. Sie wird an der großen Osterkerze entzündet. Diese Osterkerze brennt das ganze Kirchenjahr bei jedem Gottesdienst. Sie wird in der Osternacht zum ersten Mal entzündet und erinnert uns dann 12 Monate daran, wie das Leben über den Tod siegt, das Licht über die Dunkelheit. Und wenn die Taufkerzen daran angezündet werden, dann sind auch sie eine Erinnerung für Ida und David, ein heller und warmer Punkt in ihrem Leben.
Licht soll es werden, wo Finsternis herrscht. Dieses Versprechen gibt Jesaja. Und er hatte es selbst erlebt: Aus tiefster Dunkelheit seines Volkes war durch Gottes Hilfe Helligkeit und Heil erwachsen.
Für unser Leben heißt dies: Ja, es wird weiter Dunkelheiten in deinem Leben geben. Diese dunklen Wege und Strecken gehören zum Leben dazu. Aber sei ganz gewiss, dass du gerade auf diesen Strecken nicht alleine gelassen wirst. Und alleine dieses Wissen hilft schon auch in der Dunkelheit. Es ist dann wie ein Tunnel, von dem ich weiß, dass am Ende wieder Licht sein wird. Und so kann ich dem Dunkel entgegenstehen und ihm sagen: „Du machst mir vielleicht Angst, aber ich weiß, dass du irgendwann aufhörst. Denn du hast einfach nicht die Kraft meines Licht spendenden Gottes.“ Und so wird das Leben heller, ich kann erkennen, wohin ich gehen kann, meinen Weg sehen und mich an dem Licht Gottes erfreuen.
Guter Vater!
Danke, dass du die Leben hell machst. Amen.
Das Licht in der Laterne
Es war ein kalter Winterabend. Mia ging mit ihrer Laterne nach Hause. Plötzlich ging die Kerze aus. Die Straße erschien dunkel, und Mia bekam Angst.
Da erinnerte sie sich an die Worte ihres Großvaters: „Gottes Licht ist immer bei dir, auch wenn du es nicht sehen kannst.“
Mia blieb stehen und sprach leise: „Lieber Gott, begleite mich auf meinem Weg.“
Sie fühlte sich sofort etwas mutiger. Als sie weiterging, bemerkte sie das Licht der Straßenlaternen, die Sterne am Himmel und die erleuchteten Fenster der Häuser. Die Dunkelheit war nicht verschwunden, aber überall gab es Licht.
Zu Hause angekommen, erzählte Mia ihrer Mutter davon. Da verstand sie: Gottes Licht ist nicht nur eine Kerze oder eine Lampe. Es ist Hoffnung, Mut und Liebe, die uns begleiten, auch in schweren Zeiten.