Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.
Jakobus 5,16
Der letzte Spieltag der Bundesliga steht bevor. Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli sind punktgleich und ringen um den Abstieg. Ob jetzt viele Gebete nach oben steigen, damit der eigene Club „gerettet“ wird? Nun, das bringt uns vielleicht ins Schmunzeln, weil die meisten schon davon überzeugt sind, dass Gott jetzt nicht auch noch für Fußballergebnisse zuständig ist. Und das, obwohl dauernd von einem „Fußballgott“ die Rede ist.
Aber welche Kraft besitzt das Gebet wirklich? Welche Wirksamkeit hat es? Jakobus ist ja der Meinung, dass das Gebet viel vermag. Und was glauben wir?
Dass wir nach nicht erfüllten Gebeten enttäuscht sind, kennen wir alle. Eine schwere Krankheit hat sich nicht gebessert, wir mussten Abschied von einem Menschen nehmen, der eigentlich viel zu früh verstorben ist. Der Frieden in der Ukraine ist auch nach vier Jahren nicht in Sicht, obwohl Millionen Gebete um den Geist des Friedens Gottes gesprochen wurden. Welchen Sinn hat dann unser Gebet wirklich?
Ob ein Gebet wirksam ist oder nicht, kann ich nicht beweisen oder nachweisen. Es ist oftmals eine Glaubenssache. Der eine bittet um Kraft und hat sie und dankt Gott – die andere ist stolz auf sich selbst. Wer mag herausfinden, wer Recht hat? Und manchmal sind Gottes Wege auch einfach nicht zu erkennen – oder wir sehen erst viel später ein, dass es einen Sinn gab.
Vieles aber bleibt uns einfach auch verborgen. So bleibt für mich einfach eine Hoffnung übrig: Ich bete auch weiterhin, weil ich darauf vertraue, dass ich Gott nicht egal bin und er mich hört – weil ich darauf vertraue, dass er zuhört, wenn ich Menschen, um die ich mir Sorgen mache, an sein Herz lege. Es bleiben kein Wissen, kein Beweis, aber Vertrauen und Hoffnung.
Guter Vater!
Ich hoffe darauf, dass mein Beten einen Sinn hat. Amen.
Ein Gebet
Ein Indianer besichtigte mit einem Farmer eine Kirche, die die Siedler nach der Fertigstellung ihrer eigenen Häuser im Zentrum des Dorfes errichtet hatten. Nach dem Rundgang fragte der Indianer, der eine Weile einen Mann beobachtet hatte, welcher in der Ecke einer Bank saß und unaufhörlich die Worte einer Litanei flüsterte: „Was macht der Mann?" Der Farmer antwortete: „Er spricht mit Gott. Wir nennen das Beten."
Als die beiden Besucher die Kirche verlassen hatten, fragte der Indianer seinen Begleiter: „Warum schaut der Mann bei seinem Gespräch mit Gott nicht in die Welt und warum sagt er seinem Vater nicht, was ihn bewegt? Das wäre doch besser, als ein paar Zeilen eines Textes zu flüstern."