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Tageslosung 12.10.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Ich erinnere mich an früher, an alles, was du damals vollbracht hast; ich denke über deine Taten nach.

Psalm 143,5

Der Psalm heute lädt uns ein, in unserem Leben zurückzublicken. Also schauen wir einmal zurück und nehmen unser ganzes Leben in den Blick. Und dabei können wir nach Gottes Spuren suchen.

Mein Leben z.B. begann ziemlich mies. Ich wurde im 8. Monat geboren, wog gerade einmal 1365 Gramm. Und meine leibliche Mutter gab mich sofort nach der Geburt ab. Welch ein Start. Nach Wochen im Brutkasten und Monaten im Kinderheim wurde ich von meinen Eltern adoptiert. Ab da begann mein Leben besser zu werden.

Viel später, mit mehr als 30 Jahren habe ich, weil Gott das so wollte, meine leiblichen Eltern und meine beiden Brüder kennengelernt. Beide Brüder waren oft im Gefängnis, waren drogenabhängig, hatten zerstörte Familien. Der ältere Bruder ist an Heroinmissbrauch gestorben. Erst im Nachhinein habe ich begriffen, welcher Weg mir durch die Adoption erspart geblieben ist. Für mich hatte da Gott ganz klar seine Finger im Spiel. Und so bin ich mit tollen Eltern gesegnet worden, ohne die ich heute nicht da wäre, wo ich bin.

Aber auch, wenn das Leben sehr viel ruhiger verlaufen ist, ist ein besinnlicher Blick auf das Leben eine Chance. Natürlich sehen wir auch schwere Zeiten, Zeiten mit Kummer und Leid. Wir sehen aber auch hoffentlich, wie sehr uns Gott da geholfen hat. Und wir sehen natürlich auch die vielen schönen Dinge und Ereignisse unseres Lebens. Und das wird uns automatisch zum Dank verführen. Denn wir spüren, dass ein gutes und erfülltes Leben alles andere als selbstverständlich ist. Also ganz klar: Ich danke dir mein Gott für mein erfülltes und gutes Leben.

Guter Vater!

Danke für alle Bewahrung und Führung. Amen.

 

Das geschenkte Wunder (Elke Bräunling)

„Ich schenke dir etwas!“, sagte das Kind zu dem alten Mann, der wie jeden Tag auf der Bank vor dem Haus saß und dem Leben bei seinem Lauf durch den Nachmittag zusah. Er sah ein bisschen traurig aus, müde und auch verloren irgendwie. „Du möchtest mir etwas schenken?“, fragte der Alte. Der Hauch eines Lächelns erhellte sein Gesicht und ließ für einem Moment ein leises Licht in seinen Augen tanzen. Das Kind nickte und sah ihn mit einer ernsten Miene an. Es schwieg. „Was möchtest du mir denn schenken?“, fragte der Alte weiter. „Und warum?“ Wieder zögerte das Kind.  

„Ein Wunder schenke ich dir!“, sagte es dann schnell. „Weil du heute Geburtstag hast.“ Der Mann lachte. „Das wäre in der Tat ein Wunder. Weil nämlich heute ganz bestimmt nicht mein Geburtstag ist.“ „Nicht?“ Erstaunt blickte das Kind auf. „Aber ja! Ganz bestimmt hast du heute Geburtstag. Und ich auch.“ „Du auch?“ Wieder nickte das Kind. „Ja.“ „Fein!“ Der Alte nickte. „Dann lass mich dir gratulieren!“ Er streckte dem Kind die Hand entgegen. „Wie alt wirst du denn?“ „1665!“, antwortete das Kind wie aus der Pistole geschossen. „1665?“ Der Mann stutzte, dann lachte er und jetzt sah er kein bisschen mehr verloren aus. „Da bist du aber schon sehr alt.“ „Ja, nicht? 1665 Tage schon. Ganz schön viele sind das.“ Stolz schwang in der Stimme des Kindes mit.

„Meine Oma sagt, jeder Tag ist ein guter Tag und ein ganz besonderer, weil ich auf der Welt sein darf und weil ich gesund bin und dafür muss man dankbar sein. … Bist du dankbar?“ Der alte Mann erschrak. War er dankbar oder sah er in jedem neuen Tag nichts weiter als eine Last, weil er es hasste, alt zu sein? Dies, obwohl er sich bester Gesundheit erfreute, von den üblichen Altersproblemchen einmal abgesehen. Aber hatte er jemals daran gedacht, dankbar zu sein? Nein. Gehadert hatte er mit seinem Leben, seit seine Frau und die meisten seiner Freunde diese Welt verlassen hatten. Aber er, er lebte noch. Und es ging ihm gut. Wie vermessen es doch war, undankbar zu sein und mit missmutigen, ja, ärgerlichen Gedanken seine Tage zu verbringen!

„Stimmt!“, sagte er schließlich. „Ich bin dankbar, dass du mich gerade wachgerüttelt hast, kleiner Zauberer, du. Und danke für dieses großartige Geburtstagsgeschenk.“ „Aber ich habe dir doch noch nichts geschenkt, und schon gar nicht ein Wunder.“ „Doch, das hast du. Gerade.“ Der Mann lächelte. „Und nun lass uns mal ausrechnen, wieviel Geburtstage ich schon habe. Oha, das sind so viele.“

https://www.elkeskindergeschichten.de/2020/09/27/das-geschenkte-wunder/

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Veröffentlicht am11. Oktober 2026

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Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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