Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Psalm 50,1
„Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ kann zweierlei bedeuten: Zum einen eine zeitliche Dimension, von morgens bis abends. Zum anderen beschreibt es manchmal auch eine räumliche Dimension: Von dort, wo die Sonne aufgeht bis dort, wo sie untergeht. Flapsig übersetzt: Gott redet immer und überall mit der Welt.
Ich glaube, das hat Gott damals zur Zeit des alten Israel getan und er tut es auch noch heute. Damals haben die Propheten geklagt, dass die Menschen nicht auf Gottes Wort hören. Aber hören denn die Menschen heute auf Gottes Wort? Und ganz konkret gefragt: Hörst du, hören Sie, höre ich auf Gottes Wort?
Ich glaube, dass Gott auf ganz vielfältige Art und Weise mit uns heute redet. Er spricht Menschen direkt an. Er spricht Menschen durch andere Menschen an. Er spricht Menschen durch die Natur an. Und er wendet sich auf unzählige andere Arten und Weisen an uns.
Rechnen wir eigentlich damit? Hören wir nur das uns Bequeme oder lassen wir uns auch das Unbequeme sagen, in unser Gewissen hineinreden? Wollen wir überhaupt hören?
Ich lade dazu ein, sich Zeit und Stile zu nehmen, um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Ich entdecke dabei immer wieder die Welt neu, auch meine Welt neu, weil ich sie dann durch die Augen Gottes sehe. Und damit gewinne ich eine ganz neue spannende Dimension. Auf einmal ist z.B. mein Nachbar nicht nur der nervende und ewig nörgelnde Nachbar, sondern auch der von Gott geliebte Mensch. Perspektivenwechsel!
Guter Vater!
Öffne meine Ohren für dich. Amen.
Mehr zu hören als zu reden (Gottfried Keller)
Mehr zu hören als zu reden,
solches lehrt schon die Natur.
Sie versah uns mit zwei Ohren,
doch mit einer Zunge nur.