Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!
Jesaja 55,1
Letztens sah ich eine Dokumentation im Internet über die Amish in den USA. Diese leben so wie vor Jahrhunderten von Jahren, fahren mit der Kutsche, bebauen das Land mit Pferdefuhrwerken und leben sehr bewusst sehr einfach. Sie verzehren die selbst angebauten Lebensmittel, die jeder BIO-Norm entsprechen würden. Durch ihre Lebensweise sind sie erstaunlich gesund. Viele Krankheiten treten bei ihnen seltener oder gar nicht auf.
Als Vergleich dazu wurde eine „normale“ Stadt in Pennsylvania gezeigt. Die Dokumentation hob die unterschiedliche Lebensweise hervor. Fastfood bestimmte die Ernährung. Die Adipositas Rate war irrsinnig hoch. Die Krankheitsrate ebenfalls. Zwei Gruppen leben nur ein paar Kilometer entfernt voneinander auf anscheinend völlig unterschiedlichen Planeten.
Haben wir verlernt, wie man den Durst gut stillen kann? Wasser auf der einen Seite – Cola, Fanta, Eistee, Pfirsichsaft auf der anderen Seite. Das eine löscht den Durst, das andere macht einfach nur fett. Auf der einen Seite sind es Lebensmittel, auf der anderen nutzlose krankmachende Kalorienbomben.
Und wir sieht es mit dem Wasser des Lebens aus, von dem Jesus spricht. Suchen wir dieses Wasser überhaupt noch? Und wenn ja, womit geben wir uns zufrieden?
Das reine ehrliche Wasser des Lebens schenkt uns Gott völlig umsonst. Die vielen anderen (anscheinende) Wasser des Lebens dagegen lassen uns durstig zurück. Das eine Wasser schenkt Sinn und Kraft. Die anderen täuschen lediglich vor, den Durst zu löschen. Doch Geld, Erfolg, Reichtum, Macht, und, und, und … geben dem Leben keinen Sinn. Sie sind genau wir Fastfood einfach oft nur leere Hüllen.
Guter Vater!
Lass mich von dem Wasser des Lebens trinken. Amen.
Der Brunnen hinter dem Meer
Ein alter Seefahrer namens Elias hatte sein ganzes Leben auf dem Meer verbracht. Als seine Kräfte nachließen, konnte er kaum noch arbeiten, doch er wollte nicht aufgeben. Eines Abends erzählte ihm eine alte Frau im Hafen von einem geheimen Ort: Hinter einer Insel im Westen solle es einen Brunnen geben, dessen Wasser die Müdigkeit vertreibe und neue Kraft schenke.
Elias glaubte nicht an Wunder, doch die Hoffnung ließ ihn nicht los. Am nächsten Morgen stach er allein in See.
Die Reise war gefährlich. Stürme peitschten über das Meer, und sein Boot wurde beschädigt. Doch er gab nicht auf. Nach vielen Tagen erreichte er tatsächlich eine kleine, unbekannte Insel.
Im Zentrum der Insel stand ein alter Steinbrunnen, überwachsen von Pflanzen. Das Wasser darin war klar und ruhig, fast leuchtend. Elias trank einen Schluck.
Er spürte keine magische Verwandlung – aber seine Schmerzen ließen nach, sein Atem wurde ruhiger, und zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich leicht.
Da verstand er: Das „Wasser des Lebens“ war kein Zaubertrank. Es war die Ruhe, die er endlich gefunden hatte, nachdem er so lange nur gekämpft hatte.
Elias kehrte nicht als junger Mann zurück – sondern als ein Mensch, der wieder leben konnte.