Ich preise Gott für sein helfendes Wort, ja, ich preise den HERRN für dieses Wort.
Psalm 56,11
Worte haben eine ungeheure Macht. Worte können aufbauen. Worte können zerstören. Worte können Mut machen. Worte können frustrieren. Manche Worte begleiten Menschen ihr Leben lang. „Na, mein Pummelchen“ sagte der Vater zur Tochter – und das blieb für immer hängen und prägte. Wie sehr warten andere auf Worte wie „Ich hab` dich lieb.“ Ich erinnere mich an einen Satz, den meine Großmutter (Jahrgang 1903) von ihrer Mutter erzählte. Da hatte sie ihre Mutter gefragt: „Warum sagst du nie, dass ich etwas gut gemacht habe?“ Antwort meiner Urgroßmutter: „Damit du es noch besser machen kannst!“ Aua, Pädagogik des 19. Jahrhunderts.
Wenn Menschenworte schon so ein Gewicht haben, wie schwer wiegt dann erst Gottes Wort für den Menschen. David schreibt diesen Psalm und man merkt dem ganzen Lied an, wie sehr sich David von Gott unterstützt sieht. Deutlich wird das in dem Satz vor dem der Tageslosung, wo es heißt: „Ich weiß es: Du, Gott, stehst mir bei!“
Dieser Satz ergab für David eine unendliche Weite seiner Möglichkeiten. Mit Gott an seiner Seite konnte er Israel zu einer nie mehr erreichten Größe, Macht und Einfluss führen. Mit Gott an seiner Seite wurde aus dem kleinen Hirtenjungen, aus dem Verfolgten und Gejagten der größte König Israels.
Auch uns sagt Gott jeden Tag wieder neu: „Ich bin an deiner Seite.“ Und genau wie David können wir auf diese Worte unser Leben bauen. Denn Gottes Worte sind – anders als manchmal die Worte der Menschen – verlässlich und treu. So können wir zum Fundament des eigenen Lebens werden, unserem Leben Größe und Weite geben.
Guter Vater!
Danke für deine Worte der Liebe. Amen.
Die zerlesene Bibel
Eine ältere Frau saß jeden Morgen auf derselben Bank im Park. Neben ihr lag eine Bibel mit abgegriffenen Seiten.
Eines Tages fragte ein junger Mann: „Warum lesen Sie jeden Tag dasselbe Buch?“
Die Frau lächelte. „Weil ich nicht jeden Tag derselbe Mensch bin.“
Der junge Mann verstand nicht.
Sie zeigte auf einen Vers, den sie markiert hatte: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke.“ Dann sagte sie: „Als mein Mann starb, hielt mich dieses Wort aufrecht. Als ich krank wurde, gab es mir Hoffnung. Und heute erinnert es mich daran, dankbar zu sein.“
Der junge Mann schwieg einen Moment.
„Also hat die Bibel Ihre Probleme gelöst?“
„Nein“, antwortete sie. „Aber Gottes Wort hat mir die Kraft gegeben, ihnen zu begegnen.“
Der junge Mann setzte sich neben sie und begann mitzulesen.