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Tageslosung 1.5.2026

© Jens Bielinski-Gärtner
Ich dachte: Sicher achtest du mich jetzt, nimmst dir meine Warnung zu Herzen.
Zefania 3,7

Worte Gottes durch den Propheten an sein Volk. Mich haben diese Sätze nachdenklich gemacht. Achtung und Respekt, von Luther Furcht und Ehrfurcht genannt – sie sind ein wirklich rares Gut geworden. Ich spüre dies überall: In der Schule verlieren Eltern und SchülerInnen immer mehr Respekt vor den Lehrenden. Die Gesellschaft verliert immer mehr Respekt auch vor dem Amt des Pfarrers, der Pfarrerin. Aber auch auf politischer Ebene geht der Respekt flöten. So stellte vor einiger Zeit der jetzige Kaarster Bürgermeister eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Neusser Bürgermeister. Ein absolutes Unding, einem Bürgermeister vorzuwerfen, er habe seine Arbeit nicht gemacht. Respekt? Gar keiner. Aber wenn selbst der amerikanische Präsident jeden Respekt gegenüber allen vermissen lässt – inklusive Papst und Bundeskanzler – wieso sollte man sich dann noch wundern!

Auch damals haben die Menschen keinen Respekt gegenüber Gott gezeigt. Und sie haben es bitter bereut. Denn dieser Gott wollte ihr Bestes. Nun trat das Gegenteil ein.

Und was heißt das für uns? Ich finde: Jeder Mensch, egal ob Kind oder Erwachsener, egal ob superintelligent oder einfach, egal ob völlig fit oder hoch dement – jeder Mensch hat Respekt im Umgang verdient. Nur wenn wir selber Respekt üben, dann können wir auch selbst auf Respekt pochen. Wir als Christinnen und Christen können es zeigen: Auch wenn der Respekt abhandengekommen ist, bleibt er uns wichtig. Denn es gibt einen ganz einfachen Grund dafür: Wirklich jeder Mensch wird von Gott mit den gleichen liebenden Augen angesehen wie ich selber auch. Wie könnte ich mir etwas anderes anmaßen als Respekt!

Guter Vater!

Hilf mit bitte, Respekt zu üben. Amen.

 

Zwei Mädchen (Martin Schuppan)

Eine kleine Geschichte über Respekt

Respekt – dieses Wort hat etwas Preußisches: „Ein bisschen mehr Respekt, bitte!“ Man sieht förmlich die ältere Dame oder den älteren Herrn im Bus stehen, der/die den jüngeren Menschen, der auf seinem Platz sitzt, streng anschaut und sagt: „Würden Sie gefälligst aufstehen – ich möchte mich gerne setzen!“ Und doch bedeutet Respekt so viel mehr.

Ich erzähle heute die Geschichte einer älteren Dame namens Thea, die auf wundersame Weise zusammen mit zwei jungen Mädchen erfahren hat, wie man sich gegenseitig respektieren kann.

An einem Sonntag Nachmittag stieg Thea in den Bus, um in die Stadt zu fahren. Sie las gerne, und darum fuhr sie in die Bahnhofsbuchhandlung, in der es immer ein gutes Angebot an Büchern gab. So machte sie es am Wochenende öfters, wenn ihr der Lesestoff ausging. Aber an diesem Sonntag war alles anders. Thea war klein und unauffällig, aber stets schick und modisch gekleidet, auch wenn sie bereits 75 Jahre alt war. Sie machte kleine Schritte und konzentrierte sich darauf, den Weg in die Buchhandlung sicher zu gehen ohne zu stolpern. In einer Ecke des Bahnhofs saßen zwei Mädchen, vielleicht 14 oder 15 Jahre alt. Als sie Thea sahen, kicherten und tuschelten sie untereinander. Was fanden sie so komisch? Wie Thea vorsichtig einen Schritt nach dem anderen setzte? Dass sie eine ältere Dame war? Weil es ihnen langweilig war und sie sich über die Leute amüsierten, die an diesem Sonntag im Bahnhof unterwegs waren?

Thea war irritiert: warum lachten die Mädchen über sie, warum tuschelten sie untereinander? Also tat sie etwas, was sie noch nie gemacht hat: sie ging zu ihnen, beugte sich herunter und fragte: „Was ist los? Warum macht Ihr Euch denn über mich lustig?“. Sie lachten und sagten peinlich berührt: „Du siehst so komisch aus!“ Thea sagte: „Aber warum? Was ist so komisch an mir?“ Darauf entgegneten sie: „Hey, Du bist so alt und gehst so komisch, das sieht total merkwürdig aus!“

Und dann geschah etwas ganz Besonderes. Denn Thea setzte sich neben sie auf den Boden und sagte: „Ich möchte mich gerne mit Euch unterhalten. Fragt mich einfach, was Ihr wollt. Ich möchte gerne verstehen, warum Ihr so zu mir seid…“ Und dann wurden die Mädchen plötzlich ernst und sagten: „Wir haben gelacht, weil Du so komisch gegangen bist und nicht nach rechts und links geschaut hast.“ „OK“, sagte Thea, „ich bin schon ein bisschen älter und hatte einen kleinen Schlaganfall. Da muss ich aufpassen, wie ich meine Schritte setze, damit ich nicht stolpere und hinfalle. Ich lese sehr gerne und ich habe mein Buch fertig gelesen. Deshalb bin ich mit dem Bus zum Bahnhof gefahren und möchte mir ein neues Buch kaufen.“ – „Was liest Du denn so? Heimatromane?“ – „Nein, Science Fiction und Thriller.“

Die Mädchen – sie hießen Lynn und Julia – waren jetzt ziemlich überrascht, weil sie damit nicht gerechnet hatten. Thea lächelte sie freundlich an. Damit hatten die Beiden nicht gerechnet: die alte Dame ist ja irgendwie richtig in Ordnung!

Die drei Frauen unterhielten sich dann noch eine Zeitlang über ihre Lieblingsautoren, fachsimpelten über Psychothriller, ihr Leben als Gymnasialschüler und Rentner und merkten, dass sie gar nicht so unterschiedlich tickten – nur, dass sie unterschiedlich alt waren. Thea erzählte von ihrer Schulzeit in den 40er Jahren, die beiden Mädchen klagten über ihre bekloppten Lehrer, die sie in Mathe und Bio haben.

Eine halbe Stunde und viele nette Dialoge später sagte Thea dann, dass sie nicht mehr auf dem Boden sitzen könne, weil ihr der Rücken wehtat. Julia stand auf, gab ihr die Hand und half ihr, aufzustehen. „Du bist besser drauf als viele unserer Klassenkameraden!“, sagte Lynn. „Und tut uns echt leid, dass wir Dich eben verarscht haben – sorry nochmal, das war total blöd von uns!“  Lynn, Julia und Thea umarmten sich herzlich zum Abschied. „Alles Gute für Euch“, sagte Thea, als sie langsam Richtung Buchhandlung ging. „Hol‘ Dir das neue Buch von Sebastian Fitzek, das ist bestimmt genau Dein Ding!“, sagte Julia. „Danke für den Tipp, mach ich! Tschüss!“, sagte Thea. Beim Weggehen hörte sie noch, wie die beiden Mädchen sagten: „Boah, die war ja richtig gut drauf! Respekt!“

Respekt muss man sich manchmal verdienen. Nicht, indem man ihn einfordert, sondern indem man anderen Menschen auf Augenhöhe begegnet. Und die Menschen ernst nimmt, wenn sie Dich auch ernst nehmen. Respekt ist kein blindes Gehorchen, keine originär preußische Tugend – Respekt ist das gegenseitige Anerkennen der vernünftigen Meinung des Gegenübers. Auch wenn man unterschiedlich alt ist, vielleicht anders aussieht oder so manches anders sieht: man kann sich gegenseitig respektieren, wenn man offen für den Dialog ist und bereit, den Horizont zu erweitern. Nur so kann ein Miteinander funktionieren.

www.loft75.de/zwei-maedchen/

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Veröffentlicht am30. April 2026

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Autor:in

Presbyteriumseinführung 2024

Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

02131 470134

dirk.thamm@ekir.de

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