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Predigt zu Apostelgeschichte 2

© Jens Bielinski-Gärtner
Predigt an Pfingsten über Apostelgeschichte 2, 1-21

(24.5.2026; Auferstehungskirche, Thema: )

 

Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen      

 

Liebe Gemeinde!

Die anfängliche Freude und der Jubel der Menschen über die Himmelfahrt Christi, 40 Tage nach dessen Auferstehung hat sich gelegt.  Stattdessen lastet ein großes Schweigen über der Stadt. Ein großes unheimliches Verstummen hat sich in den Mauern festgesetzt. Es ist wie ein Gespenst, das niemand sieht, aber jeder bemerkt. Denn eigentlich ist die Stadt Jerusalem groß, hektisch, voll Marktgeschrei und Lärm.

Seit Himmelfahrt aber ist alles anders. Seit dem Abschied Jesu von seinen Jüngern, ist in Jerusalem eine ganz bestimmte Stimme verstummt. Seine Stimme, die die Menschen wachrief. Seine Stimme, die doch so wichtig war, weil sie eben so hell und klar von Gottes neuer Welt, von Gottes Liebe sprach. Sie fehlt.

Und dabei brauchten die Menschen so eine Stimme, denn seine Worte stärkten, richteten auf und wiesen auch, ab und zu zurecht. Sein Wort vergab, tilgte Schuld und weckte Tote auf. So ein Wort, das wohl jedem Menschen guttut, gab es nicht mehr, es war mit Himmelfahrt verstummt.

Geplant war es auch ganz anders. Ostern da war man sich noch einig, die Sache Jesu sollte weitergehen. Denn es war sein letzter Wille sozusagen gewesen, als er sagte: „Gehet hin in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Menschen!“. Doch nichts war geblieben von den guten Vorsätzen. Verstummt waren alle. Sogar die Jünger hatten sich verkrochen, in ihren Häusern. So war jenes Wort, das durch sie doch weitergehen und weitergegeben werden sollten zum Erliegen und Verstummen gekommen.

Seitdem lastete auf der großen Stadt Jerusalem, so laut sie auch eigentlich war, dieses große, grausame Schweigen. Jenes Wort, jenes eine Wort, jener Trost im Leben und Sterben war tot. Totgeschwiegen.

Solch ein ratloses Schweigen habe ich auch in den letzten Tagen in Weckhoven gehört. Manchmal war es ein Schweigen mit Worten, manchmal ein Schweigen ohne Worte. Die Nachricht von der Schließung der Auferstehungskirche hat verschiedene Reaktionen hervorgebracht: „Das haben wir doch schon gewusst!“ „Das haben doch schon die Spatzen von den Dächern gepfiffen.“ „Ach, wenn die Auferstehungskirche zugemacht wird, sind wir sowieso nicht mehr da!“ „Also, ganz ehrlich, nach Reuschenberg gehe ich nicht.“ „Nach Reuschenberg kriegen mich keine 10 Pferde!“ Lautes Schweigen. Reden und Ratlosigkeit. Resignation? Oft alles vermischt mit einem Gefühl der Trauer und des Abschieds.

Es erinnert mich an die Situation nach Himmelfahrt in Jerusalem. Ratlosigkeit, Stille, Trauer, Resignation, und vor allem: Keine Ahnung, wie es weitergeht, ob es weitergeht. Ein Gefühl von Alleingelassen.

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren alle an einem Ort versammelt. Und plötzlich war ein Brausen am Himmel, wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und dann sahen sie etwas, das sich wie Feuerzungen verteilte und sich auf jeden von ihnen niederließ. Und sie wurden alle von Gottes Geist erfüllt und fingen an zu predigen, in fremdem Sprachen, wie es ihnen der Geist eingab.

Es lebten zu der Zeit viele gottesfürchtige Menschen in Jerusalem. Als sie den Sturm hörten, strömten sie in großer Zahl zusammen. Sie staunten, denn jeder Apostel sprach seine eigene Sprache.

 

Das war ein Wunder.  Mitten in das große Schweigen bricht der Geist ein. Die Verschüchterten, Versteckten und Verstummten beginnen zu predigen. Mitten im Schweigen erleben sie, daß mit ihnen etwas geschieht, das sie selbst schon ad acta gelegt hatten. Womit sie auch gar nicht mehr gerechnet hatten. Nämlich da, wo sie schweigen, schweigt Gott deshalb nicht. Gott lässt sich nicht verschweigen. Die alten Worte der Psalmen, daß Gott kommt und nicht schweigt, hatten sich damit erfüllt. Und dieses Wunder erlebten die mutlos Schweigenden jetzt.

Der heilige Geist war für dieses Wunder selbst ans Werk gegangen.... und so fingen sie an zu predigen, so wie es ihnen der Geist eingab. Voller Erstaunen reagiert darauf ihre Umwelt, so können wir weiter im Text lesen:

Voll Verwunderung riefen die Menschen: Die Jünger, die da reden, sind doch aus Galiläa! Wie kommt es, daß wir sie in unserer Muttersprache reden hören? Das sagten Menschen, die Parther, Meder, Elamiter, Mesopotamier, Kapadozier, Ponier, Asier, Phrygier, Pamphylier, Ägypter, Römer , Kreter, Arabier und Judenchristen. Und jeder hörte von diesen hörte in seiner eigenen Landessprache von den großen Taten Gottes.

 

Der Predigttext macht die Pfingstbotschaft deutlich: Gott, ist nicht stumm. Sein Wort ist nicht weit weg von uns im Himmel, sondern mitten unter uns. Und das ganz konkret da wo wir Menschen sind, auch in den verschiedenen Ländern. Da wo Gottes Geist die Menschen neu zum Reden bringt - da ist Pfingsten. Das große Verstummen hat so ein Ende. Das Neue, das Redende, das Menschen neu zueinander Bringende, das alle Stumme, Tot, Beziehungslose, Sprengende überwindet.

Und Pfingsten heute? Der Geist Gottes, der uns bewegt? Haben wir nicht gerade erst bei der Gemeindeversammlung am letzten Sonntag gehört, dass es mit der Sache Gottes bergab geht? Schließen wir nicht deswegen Kirchen, weil uns die Finanzen wegbrechen? Haben wir uns nicht bei den Mitgliedern seit der Gründung der Gemeinde fast halbiert? Und jetzt redet der liebe Pfarrer von Pfingsten und alles wird gut? Nö! Nicht alles wird gut. Wir werden noch etliche Tränen vergießen bis wir die Auferstehungskirche in einigen Jahren ganz schließen. Es wird eine Lücke bleiben, ganz sicher. Und wir werden mit Wehmut an unsere Kirche zurückdenken.

Ich rechne jetzt nicht mit einer große Bekehrungswelle, die die Kirche füllt und die Spenden überfließen lässt.

Ja, ich traue Gott zu, dass er Menschen neu bewegt, ob alleine oder mit unserer Hilfe. Aber ich rechne damit, dass Gottes Geist uns hier in der Auferstehungskirche erreicht. Ja, im Moment sind viele von uns desillusioniert, frustriert und traurig. Viele können sich nicht vorstellen, wie es danach weitergehen soll. Es gibt Sorgen, eine Heimat zu verlieren und keine neue zu finden.

Pfingsten bedeutet für mich: Gott schafft da neuen Wind, wo Ratlosigkeit ist. Pfingsten bedeutet für mich, Gott hilft uns in der Traurigkeit. Pfingsten heißt für mich: Gott zeigt neue Wege und geht sie mit. Pfingsten heißt für mich: vertraue auf den lebendig machenden Geist Gottes. Vertraue darauf, dass Gott dich nicht im Stich lässt. Vertraue auf Gott.

Vertrauen. Welch ein gutes Stichwort. Denn unter uns sind heute zwei Menschen, denen das Vertrauen sehr wichtig ist – das Vertrauen untereinander und auch das Vertrauen zu Gott. Ihr beide, liebe Krain und Josef Foermer feiert in diesen Tagen eure Eiserne Hochzeit. Ihr seid 65 Jahre miteinander verheiratet, welch eine lange Zeit. In dieser Zeit habt ihr gemeinsam au das gegenseitige Vertrauen gesetzt und auf das Vertrauen zu Gott.

1961 habt ihr beide geheiratet. Im Mai 1961erst standesamtlich und dann auch kirchlich. Missionar Jung hat euch damals in Büttgen getraut. Und dann entstand eine Familie. Zuerst kam Dirk zu euch, 1961, der extra für die große Feier aus en USA angereist ist. Fünf Jahre später kam die Schwester Sabine dazu. Zuerst habt ihr bei deinen Eltern gewohnt, Karin und dann 1963 eine Wohnung auf der Furth bezogen. Und dann ging es ins eigene Haus in der Erich Hoeppner Straße, in dem ihr beide bis heute wohnt.

Du Karin hast dich immer schon in der Gemeinde engagiert. Besonders die ältere Generation stand in deinem Fokus. Und so wurdest du 1976 Gemeindeschwester, wobei dich besonders Jochen Twer dabei begleitet hat und deinen Weg mit bereitet hat. Du hast mit deinem Team zudem etliche Jahre den Seniorenkreis geleitet. Du, lieber Josef, hast als Techniker bei Case angefangen und bist dort geblieben. Und ich weiß auch, dass du eine ganze Zeit lang noch zusätzlich Taxi gefahren bist.

Ihr beide seid seit Jahrzehnten nicht aus unserer Gemeinde und dem Diakoniewerk wegzudenken. Der Tanzkreis, die Voliere für die Finken, die Schnuten, unzählige Reibekuchen, und, und, und … Wie schön, dass ihr so lange schon zusammen seid.

Wir wissen nicht, wie viele gemeinsame Tage, Wochen, Monate und Jahre Euch, liebe Karin und Josef, noch geschenkt werden. Wir alle hoffen einfach mit Euch, dass es noch möglichst viele Tage, Wochen, Monate und Jahre sein mögen. Auch für den gemeinsamen Weg, der noch vor Euch liegt, mit allen Höhen und Tiefen, mit allem Schönen und Schweren gilt:

Ihr könnt Gott vertrauen, denn er hat versprochen: „Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet. Ich will es tun. Ich will euch heben und tragen und erretten.“

Dieser Gott, der Euch beide bis hierher geführt hat, dieser Gott schenke Euch beiden noch viele glückliche Stunden, viel Kraft und viel Liebe füreinander.  Dies wünschen wir Euch beiden alle hier in der Auferstehungskirche von ganzem Herzen. Der Segen Gottes begleite Euch. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus Amen.

 

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Veröffentlicht am23. Mai 2026

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Pfarrer Dirk Thamm

Ev. Kirchengemeinde Neuss-Süd

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